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Die Richterin : Novelle / von Conrad Ferdinand Meyer
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sagte sie.Lupulus, jähzornig wie er war, hätte michumgebracht. Das Ungeborne aber verhielt mir den Mundund flüsterte mir Feindseliges gegen den Mann zu."

Genug," schloß Stemma.Nur eines noch: woherhattest du das Gift?"

Siehst du, Herrin," rief das Weib,daß du weißt,wie ich ihn tödtete! Das Gift hat mir Peregrin ge-zeigt."

Peregrin?" fragte die Richterin mit verhüllterStimme.Das ist nicht möglich," sagte sie.

Er zeigte es mir und warnte mich davor. Ichirrte verzweifelnd unter den Kiefern von Silvretta .Da sehe ich ihn in seinem langen dunkeln Gewände,der sich bückt und Wurzeln gräbt. Blumen nickten mitbraunen Glocken. Er ruft mich herbei und, eine dieserBlumen in der Hand, sagt er zu mir:Frau, hütedich und die Kinder vor diesem Gewächs! Sein Safttödtet außer in den Händen des Arztes." Er meintees gut mit seinem warnenden Blick unter dem braunenGelocke hervor und hauchte mir doch einen grimmigbösen Gedanken an. Keine Schuld komme auf seineSeele! Doch ich rede thöricht. Er ist ja längst einEngel Gottes, seit er nach der großen Ebene wandernd