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Die Richterin : Novelle / von Conrad Ferdinand Meyer
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im Gebirge unterging, wie sie sagen, und das warnicht lange nach jener Stunde. Du erinnerst dich noch,der Judex dein Vater, dem er die Wunde heilte, hatteihn abgelehnt, was dir unlieb war, da er dich als einweiser Kleriker noch vieles hätte lehren können."

Schwatze nicht," gebot die Richterin,und endigedein Bekenntniß. Am folgenden Tage bist du ausdeiner Hütte nach Silvretta gegangen und hast dieWurzeln gegraben?"

Ja. Du rittest vorüber und ich duckte mich, da-mit du mich nicht erkennen möchtest, aber du wendetestdich zweimal im Sattel. Und nun sei barmherzig,Herrin, und gieb mir mein Theil." Sie ließ denKopf auf die Brust fallen, sodaß ihr der üppige schwarzeHaarwuchs über das Gesicht sank.

Stemma sann, auf Faustinen niederblickend, undzog ihr mit zerstreuten Fingern einen langen Stroh-halm aus dem Haar.Faustine mein Gespiel," sagtesie endlich,ich kann dich nicht richten."

Die ganze Faustine gerieth in Aufruhr.Warumnicht?" schrie sie empört,du mußt es, oder ich schreie,daß alle Mauern tönen: Sie hat ihren Mann um-gebracht!"