Band 
Erster Theil.
Seite
317
JPEG-Download
 

iL7

Der große rothe Bruch auf dem Brockenfelde besteht auseinem jüngeren Moor und einem älteren Hochmoor. Erste-res ist feucht, letzteres trockener und ohne alle Baumvegeta-tion. Man kann überhaupt solche fast noch schwimmendeMoore von den andern unterscheiden, wo der Pflanzenfilzschon dichtere Beschaffenheit gewonnen hat, oder die schonwieder mit einem dichten Ueberzug von Moosen bedeckt sind.

Das jüngere Moor an den mächtigsten Stellen 8 bis 9Fuß tief, hat eine Filzdecke und der Torf ist oben 3 bis 4Fuß mächtig, fett und braun, unten gelb und moosig. DasHochmoor hat eine Mächtigkeit bis zu 10 Fuß, oben ist derTorf erdharzig und fett, unten aber wieder gelb und lose.Es bleibt immer eine merkwürdige Erscheinung, daß unterfesteren Schichten, offenbar auch vegetabilischen Ursprungs,losere liegen, worin die Pflanzennatur viel vollkommener,als in den aufliegenden erhalten ist.

Die harzer Torfmoore zu benutzen, ist zu verschiedenenZeiten wiederholt versucht, aber immer ohne guten Erfolg,es müßte dann das Gegentheil am Jacobsbruche der Fallseyn, woselbst eine Glashütte etablirt ist. Wer sich über diefrüheren Versuche, den Harzischen Torf zu benutzen, belehrenwill, muß Hrn. Forstrath Wächter's Abhandlung im herzy«Nischen Archive von Holzmann (Halle 1805, S. 611) nach-sehen. Don gräfl. wernigcrödscher Seite ist mehrere Jahreeine Torfköhlerei am Brocken betrieben. Alle Versuche, die-ses Brennmaterial zu benutzen, sind immer an zwei Hinder-nissen gescheitert, nämlich an der Schwierigkeit, den Torf indem Hochgebirge, welches so oft in Nebel eingehüllt ist, zutrocknen, und an der Entfernung der Orte und Werke, dieihn als rohen Torf oder Torfkohle gebrauchen könnten. Eswäre ein unendlicher Gewinn für das Gebirge, wenn dießBrennmaterial nutzbar zu machen wäre.