Band 
Erster Theil.
Seite
389
JPEG-Download
 

389

gehörigen Spannung des Gestänges sind bei den Künstenneuerer Construction Streckschrauben an den Hauptschwingenangebracht. An der Wage des Kreuzes hängen zwei Schacht-gestänge, deren Last auf der Kreuzwalze ruht und sich daraufbalanctrt. An einigen Puncten sind auch gekuppelte Halb-kreuze angewendet, wenn dieß die Raumnutzung erforderte.Nur eine Radkunst, die inwendige Kunst der Grube Elisabethist mit zwei Krummzapfen erbaut, und es gehen daher auchzwei Bläuel vom Rade aus, welche in zwei über dem Schachteaufgehängte eiserne Kreuze einschieben. Sämmtliche Wasser-künste bestehen aus fünflachterigen Saugsätzen. Nur die pol-sterberger Künste haben Hubsätze von guter Construction. Be iden gewöhnlichen Saugsätzen mit gußeisernen ausgebohrtenKolbenröhren (Kunstgossen) von 6 bis selten über 12 Zolllichtem Durchmesser wird die Scheibenliederung bis jetzt nochgewöhnlich angewendet. Sie besteht aus mehreren Leder-scheiben, die zum Theil aus einzelnen Stücken zusammenge-näht sind und auch unter sich auf gleiche Art verbunden wer-den. Das hieraus entstehende kreisrunde Blatt, dessenDurchmesser nur wenig größer ist, als der der lichten Weiteder Kolbenröhre, wird dem mit 4 bis 6 Löchern durchbohrtenKolben, gewöhnlich von Rothbüchenholz, aufgelegt und mit-telst der Spindelschraube darauf befestigt. Diese Liederungs-art ist sehr alt und man darf annehmen, daß sie schon beider ersten Anwendung der Säugpumpen am Harze in Ge-brauch gekommen. Sie gewährt allerdings gewisse Vortheile,nämlich: 1) Einfachheit, indem die am Kreisumfange stulp-artig licdernde Lederscheibe zugleich die Ventilklappe bildet;2) Bequemlichkeit für den Kunstwärter in der Anfertigungund Behandlung; 3) Anwendbarkeit in rauhen, ausgeriebe-nen Kolbenröhren, und bei Abweichung vom Parallelzuge inirregulären donlägigen Schächten; 4) weitere Nutzbarkeit derin Gossen von größerem Durchmesser abgenutzten Liederungin Pumpenstiefeln von geringerem Durchmesser, welche umso mehr bei den gewöhnlichen Betriebskünsten eintreten kann,da die Weite der Kolbenröhren aus der Tiefe herauf immer