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Die Sprache ist der vollständige Ausdruck desmenschlichen Bewußtseins. Wenn die menschlicheNatur sich gedrungen fühlt ihre innere Welt in derMusik und den bildenden Künsten darzustellen, sofühlt sie sich weiter gedrungen den letzten Gehaltdieser Darstellungen auch noch in Worte zu fassen.Wenn das Kunstwerk fertig ist, entsteht das Be-dürfniß dasselbe unter die Herrschaft des Begriffeszu bringen, — die Begeisterung für dasselbe drängtuns darüber zu sprechen. Darum findet das Kunst-werk immer seinen Bcurtheiler und seinen Beschrei-ber, und erst wenn dieser seine Aufgabe gelöst hat,ist die menschliche Natur zufrieden gestellt. Der künst-lerische Drang hat sich durch die sinnliche Vorstellunghindurch bis zur Klarheit des Gedankens entwickeltund damit erschöpft. Die Sprache also ist daS In-ventarium der menschlichen Natur. Nun zeigt unsallerdings die Erfahrung die Armuth der Sprachenroher Völker; aber sie zeigt unö auch, daß roheVölker, welche mit gebildeteren in Berührung kamenund dadurch neue Vorstellungen und Begriffe er-hielten, in ihrer Sprache, sei es durch deren innereFortbildung, sei es durch äußere Bereicherung mit