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Natur befriedigt. Mit dieser Befriedigung der Naruraber beginnt in uns eine neue Reihe der Lebensvor-gänge. In dem Denken über das Denken gelangtder Mensch zur Einheit, zur innern Nothwendigkeitund daher zur Mgemeingiltigkeit seiner Erkenntniß,welche nun — durch eben diese ihre Einheit, innereNothwendigkeit und Mgemeingiltigkeit — die Ober-herrschaft über sein ganzes Leben erwirbt. In derReflerion, wie es von dem Worte sehr treffend be-zeichnet ist, wird die Richtung der inneren Lebenöent-wickelung von der Sinnlichkeit zum Bewußtsein ineine entgegengesetzte umgelenkt, mit welcher das Be-wußtsein rückwärts bis in die dunkelsten sinnlichenAnfänge deö Lebens einzudringen und diese dem be-wußten Willen zu unterwerfen sucht. Die Reflexion,das Ende des unmittelbaren, natürlichen Lebens,wird der Anfang eines vermittelten, künstlichen,welches die Cultur ist. Die Natur ist der unbewußte,unwillkürliche, die Cultur der bewußte, willkürliche,also freie Proceß des menschlichen Lebens. Da dieNamr es ist, die den Menschen zur Cultur führt, soist freilich die Cultur nichts anderes als die Natur,welche sich über sich selbst hinaus entwickelt hat.