im Ganzen den Beifall versagen können, wenn man anders die Wahrnehmun-gen des Monds durch Fernrohre ungezwungen erklären will. Immer wird mandas Daseyn sehr heftiger Naturkräfte annehmen müssen, und zwar solcher, dievon Innen, aus dem Eingeweide des Monds nach seiner Oberfläche zu, ge-wirkt haben, eine Behauptung, die, wenn sie anders nach den evidenten, inder Sache selbst liegenden, Beweisen noch einer Bestätigung bedürfte, solchedurch die, in den Einsenkungen befindliche, Centralberge erhalten würde, dieman wohl für nichts anders, als neue, aber mifsglückte Versuche der innernKraft ansehen kann, abermals die Rinde zu zersprengen, und noch mehr Mas-se auszuwerfen.
Dieses ganze Verfahren ist der Wirkungsart vulkanischer, durch elastischeDämpfe entwickelter, Kräfte so ähnlich, und die Wirkungen selbst gleichen sosehr einem vulkanischen Feuer, dafs man sicher ohne Verletzung der Wahr-scheinlichkeit annehmen darf: die Ausbildung des Mondskörpers sey vorzüglichdurch vulkanische Kräfte und Eruptionen vollführt worden.
Wir kennen zum wenigsten keine andere Kraft, die sich auf eben die Wei-se iiussert, und die nämlichen Wirkungen hervorbringt. Das berechtigt uns,aus den Wirkungen auf die Ursache zu schliessen, zumal da die, von den Erd-vulkanen entlehnte, Erfahrung jene Vermuthung lebhaft unterstützt.
Auch die Vulkane der Erde zeigen nämlich ungefähr dieselben Phaenomene:auch sie haben kleinere Krater in den grossem Einsenkungen , gerade wie imMonde, auch sie erzeugen neue Berge und Inseln u. s. w r . (18) Warum sollenwir also nicht bei den ganz ähnlichen Wirkungen dieselbe Kraft als Ursachevoraussetzen?
Nachdem die Bildung des Mondskörpers im Ganzen vollbracht ist, wirkenvielleicht jene Kräfte, minder anhaltend, minder thätig, und nicht so gewalt-sam. Aber darum dürfen wir sie nicht für ganz erstorben halten, sondern Rai-sonnement, Analogie und Erfahrung bestätigen ihre Fortdauer und fortgesetzteWirksamkeit.
(iS) Z. B. den Monte nuovo bei Pozzuolo , und die im Arcliipelagus 1707 neu entstandene Inse!.S. Moro neue Untersuchung der Veränderung des Erdbodens, Th. H. Ilauptstiick 2. 3. Auch 1750 ent-standen solche kleine Eilande durch vulkanische Ausbrüche zu Manilla , einer der Philippinischen Inseln.Pbilosophical transact. for 175g. Vol. 4 g. Part. 11 . p. 458. fg.