Ueberhaupt pflegt die Natur keinesweges stille zu steben, sondern sie ver-folgt ihren Gang, und Krilfte, die einmal thiitig waren, wirken immer fort,wenn gleich bald stärker, bald minder, je nachdem es das ßedürfnifs des Au-genblicks fordert. — Unsere Erde verdankt ebenfalls, wie sich nicht verkennenläfst, ihre erste Bildung sehr heftigen Naturbegebenheiten. Itzt, nachdem dasGeschäft im Ganzen vollführt ist, erblicken wir nur die Spuren jener Revolu-tionen , und können daraus ihren ungefähren Gang muthmafsen ; obwohl dieGeschichte keine Nachrichten von ähnlichen grossen Operationen überliefert,so miifsten wir doch offenbare Wahrheit verleugnen, wenn wir daraus einegänzliche Vernichtung der anfänglichen Naturkräfte folgern wollten. Sie zeigenihre fortdauernde Thätigkeit hin und wieder durch Giihrungen, Erschütterungenund Ausbrüche, wenn gleich minder heftig und sparsamer.
Analogisch können wir diese Erfahrungen auf den Mond anwenden, undzwar mit desto grösserem Rechte, weil die auf ihm vorgegangenen Revolutionennach den Wirkungen zu unheilen, viel gewaltsamer gewesen zu seyn scheinen,folglich die Ursache auch grösser gewesen seyn mufs, und so heftige Kräfte
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nicht leicht zum völligen Stillstände gebracht seyn können, da selbst die schwä-chern auf der Erde noch nicht in Ruhe sind.
Das ist zwar blosses Raisonnenient, aber die wirkliche Erfahrung unterstütztes, und zeigt, dafs es sich in der That so verhält.
Vielleicht könnten wir unsere Resultate noch weiter, und bis in sehr ent-fernte Zeiten verfolgen, hätten unsere Vorfahren solche vollkommene Sehwerk-zeuge besessen , als wir. Vielleicht könnten wir dann von der stufenweise ge-schehenen Ausbildung mancher einzelnen Theile des Mondskörpers Rechenschaftgeben, ja! vielleicht bei einigen ihren ersten E'rsprung feslsetzen. Ich sagemancher einzelnen Theile, denn es ist mir sehr wahrscheinlich, dafs die gros-sen Revolutionen und die Urbildung eben so, wie auf unserer Erde, in eine soentfernte Epoche fallen , dafs unsere bekannte Geschichte nicht dahinreicht. —
Eben so wie wir auf der Erde die ehemaligen uralten Revolutionen blosaus den zurückgelassenen Spuren erkennen, ohne es wagen zu dürfen, denZeitpunkt anzugeben, wann sie sich ereigneten, eben so müssen wir uns begnü-gen, auf dem Monde aus den Folgen auf die Ursache zu schliessen, und man-che sehr flache Ebenen mit niedrigen Wallebenen, gerade in Gegenden, wo