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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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März war unfreundlich, auch der April naß und kalt, Schnee und Regen lösten sich ab. Maibegann schön und warm, die Obstbäume entwickelten sich rasch zur Blüthe, aber gegen die Mittedes Monats folgte mehr Regen, Sturm und heftige wolkenbruchartige Ergüsse, so daß viele Ge-wässer austraten. Noch nasser, kühler und unbeständiger waren Juni und Juli, nur mitunterfür wenige Tage schwüle Hitze. Das Heuen wurde sehr erschwert und die Ernte verspätet, dieTraubenblüthe sehr in die Länge gezogen, das Erdäpfelkraut wurde schwarz und die Knollen fingenan zu faulen. Auch der August war sehr unstät und regnerisch, dann wieder warm, sogar heiß,dennoch ließ sich das Emd nur schwierig einsammeln und trocknen. Im September war währenddrei Wochen kaum 1 ganz schöner Tag. Die Gewässer traten hier und da aus; schon Mitte desMonats fingen die Wälder an gelb zu werden, und erst jetzt fingen die Trauben an hin und wiedersich zu röthen. Der Oktober war weniger naß, aber kalt, doch reiften die Trauben, besonders dieblauen etwas schneller. Die Weinlese konnte am See am 15., im Weinland am 21. beginnen.Schon in der ersten Woche des Monats zogen die Schwalben fort. Im November war dieWitterung ziemlich ungleich, wenige helle Tage, häufige kalte Nebel, dann empfindliche Kälte, daraufein paar schöne Tage (am 14.und 15.), worauf wieder Regen folgte. Dezember sehr unstät, baldmilde, dann bald darauf sehr kalt.

Im ganzen Jahr konnte man in den verschiedenen Gegenden des Kantons im Durchschnitt119 schöne Tage zählen (darunter 56 ganz helle), 140 mit Regen oder Schnee, zirka 100 trübeund bedeckte. Im Ganzen zirka 22 Gewitter.