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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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selbe etwa 3 Sekunden verfolgen und deutlich rothe, blaue und gelbe Färbung wahrnehmen, rothals die intensivste. Auster dem ungemein starken Lichtglanz war bemerkenswerth, daß aus seinem,einem Glastropfen ähnlichen, lang gezogenen leuchtenden Kopfe kurz vor dem Erlöschen ein zweiterihm ganz ähnlicher hervorschoß, der ihm dann auf die scheinbare Entfernung von zirka 15°vorauseilte.

Mitte Januars zeigte der Rhein einen außergewöhnlich niedrigen Wasserstand, näm-lich LIZi/z Zoll niedriger als im Jahr 1789, oder 2 Zoll unter dem Nullpunkt des Pegels ander Rheinbrücke.

27. Januar soll in Hedingen ein Erdstoß verspürt worden sein, und Nachmittags desselbenTages um 3 Uhr wurde im westlichen Theile des Kantons Zürich, im Aargau, Luzern, Bern undauf dem Rigi eine meteorartige Erscheinung beobachtet, die mit einem heftigen Knalleendigte, bei welchem der Boden zitterte und dem dann ein dem rollenden Donner ähnliches, mehrereSekunden anhaltendes Getöse folgte. In Affoltern am Aldis verglich man den Knall mit der Ex-plosion eines Pulverthurms aus großer Entfernung; der Himmel war trübe. Im Aargau wurdedas Meteor als eine glänzende, sternschnuppenartige, einen erst röthlich, dann weißlich gefärbtenSchweif hinterlassende Lichterscheinung gesehen.

I. Februar. Thauwetter; viele Zugvögel erscheinen, die sonst erst Mitte Märzanlangen.

Anfangs Februar trat in den Kantonen Zürich, Aargau, Thurgau , im Jura und im berneri-schen Seeland der Borkenkäfer sehr verheerend auf, so daß die Regierung von Zürich sich ver-anlaßt sah, eine Verordnung und Anleitung zu erlassen, wie die Verbreitung dieser Verheerungenabzuwehren sei.

5. Februar. Durch einen großen Theil der Schweiz wurde nach 41/2 Uhr des Morgens einErdbeben verspürt, so in Enge bei Zürich, in Wädensweil, Aarau, Bern, Locle , Sitten.

9. Februar wurde fast im ganzen Kanton am Morgen zwischen 5 und 6 Uhr ein leuchten-des Meteor beobachtet, das ungewöhnlich lange anhielt und erst mit Tagesanbruch verschwand.

12. Februar verspürte man um 2 Uhr Morgens an vielen Orten im Kanton Thurgau , inStein am Rhein und in Stammheim eine Erderschütterung.

14. Februar, Abends nach 4 Uhr, wurde in Stäfa eine Leuchtkugel beobachtet, die vonSüd nach Nord sich bewegte und trotz des hellsten Sonnenscheins wahrgenommen werden konnte.

21. Februar außerordentlich starker, fast 30 Stunden anhaltender Schneefall, in Zürich bis 15 Zoll Höhe.

27. Februar, zwischen 10 und 12 Uhr Nachts, theilweise Verfinsterung des Mondes.

II. März. 11 Uhr Nachts wurde in Stammheim, Stein am Rhein und der Enden einstarkes Erdbeben bemerkt.

15. März fand eine große Sonnen finsterniß statt, die aber in Zürich dichter Wolkenwegen leider nicht sichtbar war. Für Zürich war der Anfang Mittags 12 Uhr 33 Minuten, dieMitte 1 Uhr 401/2 Minuten und das Ende 2 Uhr 57i/z Minuten. Die Größe der Verfinsterungbetrug 9°/,, Zoll (der Sonnendurchmesser gleich 12 Zoll gesetzt). Eintritt des Schattens am süd-westlichen Rande der Sonne, Austritt am nordöstlichen.

16. Juni schlug der Blitz Abends 6 Uhr in den Schornstein eines Hauses zu Wiedikon,

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