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Haupt besorgte ein Kantonalkomite, das in Folge einer Einladung der Direktion des Innern ausje zwei Mitgliedern des Handwerks- und Gewerbsvereins, der Seidenindustrie-Gesellschaft, des land-wirthschastlichen Vereins und der Künstlergesellschaft gebildet wurde und zu welchem noch zwei Mit-glieder der regierungsräthlichen Kommission für das Gewerbswesen hinzutraten.
Die im vorigen Jahr unter dem Präsidium des Hrn. Stapfer-Kölla von der Seidenin-dustrie-Gesellschast veranstaltete Statistik der zürckerischen Seiden-Jndustrie zeigt als Ergebniß derEingaben von 76 Häusern (also noch nicht vollständig) folgende Zahlen: Arbeiter 21560; ver-arbeitete Seide 599578 Pfund; fabrizirte Stücke 151145; ausbezahlter Arbeitslohn 5,480965 Fr.;Zahl der Stühle 16306; gezwirnte Seide 66988 Pfund. — Der Verein zählt gegenwärtig 175 Mitglieder.
Unterm 28. Sept. 1856 hatte der Handwerks- und Gewerbsverein des Kantons Zürich demRezierungsrath zu Handen des Großen Raths eine Petition eingegeben, bezüglich auf eine ge-wünschte Revision der Gesetze und Verordnungen über das Handwerks- und Gewerbswesen, undzwar a) mittelst Prämien für neue Erfindungen und ausgezeichnet schöne und solide Arbeiten; 6)durch Unterstützung von Industrie-Ausstellungen; e) durch Organisation von Gewerbsschulen in Ver-bindung mit der Volksschule; ä) durch größere Erschwerung zur Betreibung von Handwerken gegenAusländer, in deren Heimat kein Gegenrecht gehalten wird; e) durch Einführung einer Handwerker-Jury; O durch Einführung einer zeitgemäßen Handwerks- und Gewcrbs-Ordnung. — Ueber diesePetition wurde nun von der Direktion des Innern ein einläßlich auf die einzelnen von den Pe-tenten gestellten Begehren eingehender Bericht an den Regierungsrath erstattet, dahin gehend, daßdie zur Zeit in Kraft bestehenden Gesetzesvorschriften über das Gewerbswesen, sowohl dem durchdie Staatsverfassung ausgesprochenen Grundsätze der Gewerbsfreiheit, als auch den Verhältnissen,wie sie sich im Gewerbswesen im Allgemeinen, als auch besonders im Handwerkswesen ausgebildethaben und noch weiter ausbilden werden, entsprechen. Dieser Bericht wurde dann dem GroßenRathe vorgelegt.
Die Seidentrocknungs-Anstalt hatte ein neues System der Seidentrocknung eingeführt, beiwelchem die Trocknungsapparate anstatt mit überhitztem Wasserdampf durch überhitzte Luft geheiztwerden, wodurch die absolute Austrocknung der Seide vollständiger erreicht und die dafür erfor-derliche Zeit beträchtlich abgekürzt wird Die durch diese Umänderung nothwendig gewordenen Mo-difikationen der betreffenden Bestimmungen des Verwaltungsrcglementes mußten der Kommissiondes Gewerbswesens vorgelegt werden, und wurden von derselben genehmigt.
Im Kanton Zürich bestehen gegenwärtig 80 Baumwollspinnereien, darunter 2 mit mechani-schen Webereien und 2 mit mechanischen Werkstätten verbunden.
Seit dem 19. Juli 1835, wo das Dampfboot Minerva die erste Fahrt auf dem Zürichsee antrat, befahren nunmehr 5 Dampfer den See, die neben andern 86 Dampfschiffen, die auf ver-schiedenen Gewässern in allen Richtungen gehen, aus den Werkstätten von Escher, Wyß und Comp.in Zürich hervorgegangen sind. Gegenwärtig wird in eben dieser Werkstätte ein neues Dampfbootvon 45 Pferdekraft für die Dampfschiff-Gesellschaft Aigle auf dem Gensersee bestimmt, gearbeitet.
1858.
Zwischen den Regierungen von Zürich und Schaffhausen wurde in der Absicht, den beidseitigAngehörigen die Ausübung von Handwerken jenseits der Grenzen des Kantons, in welchem sie sichaufhalten, zu erleichtern, eine Uebereinkunft abgeschlossen.
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