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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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sehr befriedigt. Die philosophische Fakultät weist mit besonderer Genugthuung auf die reicheund selbstständige Thätigkeit der Studirenden hin, die sich in verschiedenen wissenschaftlichen Gesell-schaften und praktischen Uebungen auf eine erfreuliche Weise kundgab. Einzelne in den verschiedenenDisziplinen gelieferte Arbeiten zeugen nicht nur von Fleiß, sondern auch von Talent und schönenKenntnissen und dürfen als erster Anfang eigener wissenschaftlicher Leistungen der Betreffenden an-gesehen werden.

1852/53.

Im Lehrerpersonal der Hochschule haben während dieses Studienjahrs folgende Veränderungenstattgefunden: In der theologischen Fakultät ist Herr vio. ibeol. Koch aus der Zahl der Pri-vatdocenten getreten. In der staatswissenschaftlichen Fakultät wurde Herr I. Temme (früherAppellationsgerichtsdirektor in Münster ) zum ordentlichen Professor (doch ohne fixen Gehalt) ernannt.In der medizinischen Fakultät nahm Herr Pros. Hasse die Entlassung; zu seinem Nachfolgerwurde ernannt Herr vr. H. Lebert in Paris ; aus der Zahl der Pnvatdocenten trat Herr Dr. HansLocher. In der philosophischen Fakultät nahmen Herr Dr. K. Nägcli und Pros. vr. Löwig ihreEntlassung. Ohne Aussetzung eines GehaltS wurden ernannt zum ordentlichen Professor der Mine-ralogie Herr vr. Arn. Escher von der Linth , zum außerordentlichen Professor der Chemie Herrvr. Eduard Schweizer; zum außerordentlichen Professor der Philologie Herr vr. Salomon Vögeli.Es habilitirten sich als Pnvatdocenten Herr vr. A. Büchner aus Darmstadt für neue Literatur,Herr W. Rüstow (früher preußischer Genieoffizier) für militärische Wissenschaften, Herr vr. Gastellaus Mainz für pharmaceutische Fächer, Herr Obergärtner Ed. Regel für Physiologie, Land- undGartenbau und Herr vr. Schild für Chemie. Der letztere verließ aber Zürich ohne seine Vorlesun-gen begonnen zu haben, um einem Rufe als Oberlehrer nach Luzern zu folgen.

Bezüglich auf den Fleiß und das Betragen der Studirenden erklärt sich die theologischeFakultät für befriedigt; dagegen hält sie, durch längere Erfahrung belehrt, die Verlegung derPrüfung in den philosophischen Fächern auf die Mitte der Studienzeit für ein wohlgeordnetesStudium der Theologie für nachteilig und wünscht Abänderung. Die Docenten der staatswissen-schaftlichen Fakultät rühmen übereinstimmend nicht nur den regelmäßigen Kollegienbesuch, son-dern auch den wissenschaftlichen Sinn und Eifer ihrer Zuhörer; namentlich wurden die praktischenUebungen über römisches Recht, ein permanentes Kriminalpraktikum und die permanente staatswissen-schaftliche Sozietät zahlreich besucht. Die medizinische und ebenso die philosophische Fakultätbezeugen im Allgemeinen ihre Zufriedenheit mit dem Fleiße und dem Betragen der Studirenden.In Beziehung auf eine von Herrn Pros. vr. Köchly geleitete philologische Gesellschaft wird desFleißes und der lebendigen Theilnahme älterer und jüngerer Mitglieder rühmend erwähnt und derWunsch ausgesprochen, »es möchte ein philologisches Seminar unter den Auspizien der Lehrer-schaft gegründet werden."

1853/54.

Im Lehrerpersonal ergaben sich folgende Veränderungen: In der theologischen Fakultäterhielt Herr Professor vr. Lange am 21. Hornung 1854 die nachgesuchte Entlassung. Es habilitir-ten sich als Pnvatdocenten Herr vr. Volkmar aus Fulda und Herr vr. Egli aus Herrliberg ; in derstaatswissenschaftlichen Fakultät wurde Herr vr. Fr. v. Wyß die nachgesuchte Entlassungertheilt und Herr Regierungsrath vr. Rüttimann eine außerordentliche Professur für zürcherisches

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