Opfer, denn Dank der in unserm Kanton, wie kaum irgendwo sonst, durchgeführten Vaccinationblieb die Krankheit in fast 92,3 der vorgekommenen Erkrankungen auf der Stufe der modist-zirten Pocken und von den übrigen 7,7 der vorgekommenen zu wahren Pocken entwickelten Fällenwaren nur 2,9"/« geimpfte, während die übrigen 4,8 "/g ungeimpfte und zwar meist ganz jungeKinder waren, die noch nicht geimpft werden konnten.
1856.
Der Medizinalrath hatte in diesem Jahr in Folge des Gesetzes vom 2. Weinmonat 1855verschiedene medizinalpolizeiliche Verordnungen zu berathen und die Vollziehung der Verordnungbetreffend Einführung des eidgen. Medizinalgewichts im Einverständniß mit der Direktion derPolizei einzuleiten.
Die Cholera kam nur noch in einzelnen leichtern Fällen sporadisch vor, die jedoch keine sani-tätspolizeilichen Maßnahmen nöthig machten; dagegen herrschten die Pocken noch in den meistenBezirken, ebenso erlangte der Scharlach eine ziemlich große Verbreitung. Zwei Gemeinden habenihre Begräbnißplätze nach eingeholter Genehmigung der dießfalls eingereichten Pläne erweitert.
1857.
Die Pocken sind nur in ganz vereinzelten Fällen ausgetreten und ihre weitere Verbreitungkonnte durch Jsolirung der Erkrankten verhütet werden. Scharlach und Masern verbreiteten sichfast über den ganzen Kanton so sehr, daß in mehreren Gemeinden die Schulen eingestellt werdenmußten. In Folge eines epidemischen Vorkommens des Typhus in den Umgebungen des Wolf-bachs bei und in Zürich veranlaßte die periodische Reinigung des letzter» auf polizeilichem Wege. —Vier Gemeinden führten Erweiterungen ihrer Begräbnißplätze aus, ohne vorher der Behörde diePläne zur Genehmigung vorgelegt zu haben, weßhalb die betreffenden Stillstände und Bezirks-behörden rügend auf die dießfällige Verordnung verwiesen wurden. Von 8 Gemeinden wurdendie Pläne zu Erweiterung oder Verlegung der Friedhöfe vorgelegt und genehmigt, und 9 Gemeindenzu Einleitung solcher Projekte und Beschlüsse angehalten.
1858.
Die gesetzliche Revision der Apothekertaxe wurde vorgenommen und eine Kommission zur Prü-fung der Verhältnisse niedergesetzt, theils wegen Einführung neuer Arzneimittel, theils wegen derPräparation solcher, die behufs Vervollständigung der Pharmakopoe zu berücksichtigen sind. Inepidemischer Ausbreitung sind auch in diesem Jahre die Pocken, der Scharlach und die Masern vor-gekommen, ebenso in mehreren Bezirken die Grippe und der Keuchhusten, jedoch ohne medizinal-polizeiliche Verfügung zu veranlassen. Größeres Aufsehen erregte die epidemisch und bösartig auf-getretene Bräune besonders in der Gemeinde Richtersweil. — 17 Gemeinden wurden zur Vorlagevon Plänen zu Erweiterung der Kirchhöfe aufgefordert.
1859.
In das Gebiet der Gesetzgebung einschlagend berieth die Medizinalbehörde einen Antrag anden Regierungsrath betreffend die durch den Bundesrath getroffene Einleitung zu einem Konkordatüber Freizügigkeit der Medizinalpersouen. Es wurden im Laufe des Jahres mehrere Privatkranken-anstalten errichtet, deren Eröffnung durch die Medizinalbehörde» bewilligt wurde.
Don epidemischen Krankheiten kamen nur die Masern in etwas größerer Verbreitung vor,