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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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hinter derselben die Küchen-, Keller- und Vorrathsräume; dann westwärts davon die Administra-tionsgebäude.

Unter einem rechten Winkel damit gegen Westen von Süd nach Nord laufend die langenSchießstände und parallel damit der Scheibenstand für 96 Scheiben, hinter welchen doppelte Holz-wälle aufgeführt waren, um die Schiffe aus dem See gegen allfällig sich verlierende Kugeln zuschützen.

Gegen Süden befanden sich das Polizeibüreau, wo stets ärztliche und wundärztliche Hülfebereit war, das Wachthaus, die Munitionsladcn und Büchsenmacherwerkstätten, und in der Mittedes weiten ebenen Platzes der hübsche Gabentempel mit einem hohen Belvedere, das eine ent-zückende und ausgebreitete Aussicht gewährte.

Auf der andern Seite der Straße wurde der schöne Bodmer-Stocker'sche Park von dem Eigen-thümer auf eine höchst liberale Weise zur Abhaltung des gleichzeitig mit dem Schützenfeste gefeiertenschweizerischen Turn- und Schwingfest geöffnet.

Die Festhalle und die Bureaux sind mit Gas erleuchtet; auch ist ein Telegraphenbüreau aufdem Festplatze errichtet.

Um bei dem zu erwartenden außerordentlich zahlreichen Besuch Unglücksfälle und Störungenmöglichst zu vermeiden, wurden für die Dauer des Festes besondere Polizeivorschriften erlassen:Fußgänger werden ersucht, beim Hinausgehen nach dem Festplatze das Trottoir rechts zu benutzen;kein Fuhrwerk darf von Morgens 9 Uhr bis Nachts 11 Uhr die Seefeldstraße einwärts befahren;für Schiffe ist ein eigener Landungsplatz bezeichnet; die Schiffe und Fuhrwerke, welche für den be-sondern Transport bestimmt sind, tragen weiß und rothe Fähnchen und Aufschrift „Festdienst"; aufdem Festplatz selbst ist alles Reiten und Fahren durchaus verboten. — In den Gemeinden Zürich ,Riesbach, Hottingen, Hirslanden , Fluntern, Ober- und Unterstraß, Wiedikon, Außersihl und Engeist die Polizeistunde während der Dauer des Festes auf Mitternacht festgesetzt, und für die Nächteam 3., 7. und 10. Juli ganz aufgehoben.

Wir folgen bei der Beschreibung des Festes zunächst dem Programm.

Am Vorabend des Festes (Samstag den 2. Juli) beim herrlichsten Wetter verfügte sich dasZentralkomite zum Empfange des Zentralkomite von Bern um 1 Uhr 25 Minuten nach Badenund kehrte mit dem Bahnzug um 5 Uhr nach Zürich zurück, begleitet von der eidgenössischenSchützenfahne, deren Ankunft mit 22 Kanonenschüssen signalisirt wurde. Mittlerweile hatte dieBegrüßung der Bremerschützen im Bahnhof zu Winterthur durch drei Abgeordnete stattgefunden^welche dieselben nach Zürich geleiteten, wo sie etwas nach 4 Uhr im Bahnhof anlangten und vornStadtrathe, der Stadtschützengesellschaft und mehrern Komitemitgliedern unter Mitwirkung der Fest-musik empfangen wurden. Bereits halte sich eine unabsehbare Menge von Zuschauern aus demBahnhof versammelt, wo bis zur Ankunft der eidgenössischen Schützenfahne die Bremer in einemeigens dazu aufgeschlagenen Zelte mit Erfrischungen bewirthet wurden.

Das zürcherische Zentral- und das Organisationskomite hatten sich in der Nähe des Bahnhofeszum Empfang des bernerischen Zentralkomites und der eidgenössischen Schützensahne aufgestellt, undnach kurzer gegenseitiger Begrüßung bewegte sich der gemeinsame Zug, die Festmusik und die eid-genössische, die Kantonal- und die Stadtschützengesellschaftsfahne an der Spitze, eskortirt von einerAbtheilung Scharfschützen, durch die Löwenstraße und den Thalacker zum Hotel Baur , dem Absteige-