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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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Bezirk Zürich. Kirch-, politische, Civil- und Schul-Gemeinde. i. Militärbezirk. 20. Notariatskreis WolliShofen iin Zürich, .Der Ort umfaßt außer dem Dorfe Altstetten die Namen Unter-Altstettcn, Hard, Stüdel, untern Moosen, St. Annabrunnen.

1850. Mit der Gemeinde Altstetten schloß die Finanzdirektion einen Vertrag ab über denUnterhalt des von der Eisenbahn zur Pulvermühle führenden Fußweges. — Der BrandstifterNeser, den das Kriminalgericht von der Instanz entlassen hatte, wurde vom Obergericht zu 12 JahrenKettenstrafe verurtheilt. — An die Kosten der Verbindungsstraße gegen Albisrieden erhielt die Ge-meinde die zweite Hälfte des Staatsbeilrags mit Fr. 400 a. W. — 1851 wählte die Gemeindeam 6. April Herrn Pfarrer Angst in Rickenbach zu ihrem Seelsorger, und nach erfolgter Ablehnungdesselben mit großer Stimmenmehrheit Herrn Pfarrverweser Spyri in Fischenthal , welcher dann dieWahl annahm. — 1852. Donnerstag, den 22. Juli, Abends nach 3 Uhr sprang die nahe Pulver-mühle mit furchtbarem Knall in die Lust. Die Mühle mit sämmtlichen Nebengebäuden wurdeganz zerrissen. Zwei Söhne des Pulvermüllers Dietrich fanden gräßlich verstümmelt den Tod. Indem nahen Tröcknergebäude lagen 50 Zentner Pulver, die der Vater Dietrich mit großer Geistes-gegenwart vor der Explosion zu bewahren wußte. In der Stricklerischen Fabrik in Engstringenwurden 546 Scheiben durch den Luftdruck zertrümmert. — Diese Pulvcrmühle hatte seit 1804 be-standen. Im Jahr 1829 wurde die Stampfe, welche früher 200-300' entfernt war, mit derMühle, wo das Pulver gekörnt wird, vereinigt. Die Fabrikation, die früher jährlich nur zirka200 Zentner betrug, war in letzter Zeit bis auf 600 Zentner gestiegen. Gegen den Wiederaufbauder Mühle prolestirten die umliegenden Gemeinden; allein die Eidgenossenschaft , welche dieselbeeinige Zeit vor dem Unglück um 60,000 Fr. erworben hatte, weigert sich die Kaufsumme zu be-zahlen, insofern ihr das Recht zur Wiederherstellung und zum Betrieb der Fabrikation angefochtenwerden sollte. — (Die Nachricht von diesem Ereignisse war eines der ersten von Zürich nach St.Gallen gemeldeten Telegramme.) — In Altstetten fanden in der Nacht vom 3. auf den 4. Sepr.1852 vier verschiedene Einbrüche statt. — Im März 1853 wurde die Pulvermühle wieder auf-gebaut. — 1856. Ein 15jähriges Mädchen, das im Einverständniß mit der Mutter durch „Tisch-klopsen" viel Unheil in der Gemeinde angerichtet hatte, wurde mit 2 Monat Gefängniß und um100 Fr. gebüßt; die Mutter aber doppelt bestraft. — 1859. Im Juni starb Herr Fridolin Zwicki,gewes. Pfarrer in Altstetten .

Audelfingen.

<Der Name Andolvingin kommt schon 1246 vor und bedeutet „bei den Nachkommen des Andolf".»

Bezirk Andelfingen. Kirchgemeinde in der Zunft Andelfingen . Vl. Militärbezirk. 11. Notariatskreis Audelfingen imitAusnahme von Oerlingen, das zum 28. Notariatskreis Marthalen gehört». Besteht aus den 3 politischen Gemeinden:Groß-Andelsingen, Klein-Andelfingen und Attlikon »ob. Ablikon, und aus den 7 Civilgemeinden Klein-Andelfingen , Alten,Oerlingen, Ablikon, Humlikon, Dättweil und Niederweil; aus den 7 Schulgemeinden Groß-Andelfingen, Klein-Andelfingen ,Alten, Oerlingen, Adlikon, Humlikon und Dättweil. Die politische und Schulgemeinde Groß-Andelfingen begreift nur denOrtSlheil dieses Namens. Die politische Gemeinde Klein-Andelfingen besteht aus den 3 Civilgemeinden: Kleinandelfingen ,Alten und Oerlingen; die Civil- u. Schulgemeinde Alten umfaßt die Ortsnamen Alten, im Tempel und Wesperspühl. DieCivil- und Schulgemeinde Oerlingen besteht einzig aus dieser Ortschaft. Die politische Gemeinde Adlikon (s. d. Art.).

1850. In Folge der Abtretung der Zölle an die Eidgenossenschaft verkaufte die Regierungdes Kantons Zürich das Zollhaus in Andelfingen um 3288 Fr. a. W. — 2. Sept. feierten die Ka-detten von Winterthur und Schaffhausen ein freundliches Fest durch ein wohlgelungenes Feld-