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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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Baugrundes, so daß er auf's neue abgebrochen werden mußte. — 1859. Der in Zürich verstorbeneHr. Arbenz-Bölsterli von Andelfingen legirte außer den schönen Vermächtnissen von 2333 >/z Fr.an das Kantonsspital und 700 Fr. der Blinden - und Taubstummenanstalt, 4000 Fr. der Kirchein Andelfingen für den Thurmbau, 2333'/, Fr. dem Armengut, 18662/z Fr. dem Schulgut,1000 Fr. der Arbeitsschule, 1000 Fr. der Kleinkinderschule, Fr. 700 der Sekundärschule daselbst;ferner 350 Fr. dem Schulgut Kleinandelfingen , 350 Fr. dem Schulgut Oerlingen, 700 Fr. demSchulgut Humlikon, 466?/, Fr. dem Schulgut Attlikon, 350 Fr. dem Schulgut Niederweil und350 Fr. dem Schulgut Dettweil. — 1860. Die Schulgenossenschaften Oberweil (Schulkreis Dä-gerlen) und Niederweil (Schulkreis Andelfingen ) wurden mit einander vereinigt. — Der Civil-gemeinde Niederweil wird an die Kosten der Straßenbauten 3. Klasse von Niederweil bis zumBanne Andelfingen und von Niederweil bis zum Banne Berg-Dägerlen ein Staatsbeitrag von Fr. 1200bewilligt. — 2. Juni wurde in Andelfingen von der Schatzungskommission betreffend den berühmtenHomburger-Bachstreit unter dem Vorsitz des Hrn. Nationalrath Meister Aktenschluß erkannt.

Außersihl

oder Sihlgemeinde.

Bezirk Zürich . Politische, Civil- und Schul-Gemeinde. Zunft Wiedikon. I. Militärbezirk. 20. Notariatskreis WolliS-hofen rc. lin Zürichj, zur Kirchgemeinde St. Peter in Zürich gehörend. Die Gemeinde umfaßt folgende Ortsnamen: Au,Binz . Bleiche, Eichbühl. Friesenberg, beim Gatter, unteres und oberes Hard, Halden, Hauptgrub, groß Haus, Farbhof,Kalkkammer, oberer und unterer Aräuel, lm Loch, Pfingstweid, Reißkasten, Nüblishard, Schimmel, Hinter der Sibl, Sihl-bruck, Sihleck, Sihlfeld, St. Jakob, Stadelhofen , Töltsch, rothe Wand, Weerdgasse, Weerdhof, Weerdegg.

Unterm 28. Februar 1850 beschloß der Regierungsrath bei Anlaß der Erhöhung der Einzugs-gebühren, es sei der in den Einzugsbriefen der Gemeinden Außersihl, Enge, Leimbach und Wiedi-kon für das Kirchengul bestimmte Antheil an Einzugs- und Niederlaffungsgebühren, die Braut-und Bechergelder dem Zentralkirchengut St. Peter ohne einen Abzug für die Bethausfonds zuge-wiesen. — 1853, Sept. wählte die Gemeinde Außersihl den Hrn. vr. Karl Egli von Herrliberg einstimmig zu ihrem Katecheten. — 1854. In der Nacht vom 24/25. März brannte die großeBehausung des Hrn. alt Gemeindspräsident Mors im Hard ab. Man vermuthet durch böswilligeBrandstiftung aus Rache gegen den gewissenhaften Beamten, oder wegen verweigerten Nachtlagers.— Im April steuerten Privaten in Außersihl an den Bau des Polytechnikum 750 Fr. — Am21. Dezember brannte im Hard eine Scheune ab. Brandstiftung ist außer Zweifel. Der Thäterwurde später entdeckt, ein übelbeleumdeter Vagant, Obrist aus dem Gfenn. Derselbe wurde vomSchwurgericht zu 3 Jahr Zuchthaus verurtheilt. — 1855. Der Exkapuziner Ammann treibt in Außer-sihl uud Wiedikon mit Tischklopfen arges Unwesen. — Am 18. November gab der Sängerverein vonAußersihl ein Konzert im Bethause zu Gunsten der durch Erdbeben heimgesuchten Walliser . —1856. April. Ein arger Trunkenbold, der an einem Sonntag Morgen, nachdem er die ganze Nachthindurch gezecht hatte, die Zeche nicht bezahlen konnte, schnitt sich in einer Weinwirthschast dieKehle durch, ohne jedoch sogleich den Tod zu finden. — 1857 am 10. Mai brannte im Hard eineder Stadt zugehörende verpachtete, große Scheune ab. Zwei junge Bursche, die in derselben ge-schlafen hatten, wurden verhaftet. — Im Mai erhöhte die Gemeinde die Besoldung ihres Katecheten,zunächst für ein Jahr um 300 Fr. und am 12. Juni 1858 beschloß die Gemeinde zu der Besol-dung so lange eine jährliche Zulage von Fr. 200 zuzulegen, bis das projektirte neue Kirchengesetz