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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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Thürangeln erhängte. — Ein Bürger ließ 5 Knaben und 1 Mädchen, um ihnen eine Freudezu machen, zu wiederholten Malen in einem Korbe vom Dachboden auf die Straße hinunter; beimfünften Male brach die Handhabe des Korbes; die Kinder stürzten heraus, 3 blieben aus der Stellerodt, ein viertes starb noch an dem selben Abend. — Um die Versendung der Steinkohlenaus dem Bergwerk zu Käpfnach zu erleichtern, wurde von der Bergwerksverwaltung gemeinschaftlichmit der Zivilgemeinde Horgen ein neuer, bequemer Landungsplatz oberhalb Käpfnach hergestellt. —1854, am 15. Februar ging im Hafen zu Horgen ein Güterschiff auf den Grund, doch konnten dieSchiffleute und ein großer Theil der Waaren gerettet werden. — Im Mai sicherte die Gemeindedemjenigen, der zur Entdeckung und Bestrafun g eines Lotterie-Kollekteurs verhelfen würde, eine Be-lohnung von 100 Fr. zu. — 2. April wurde ein Dienstknecht bei einem Raushandel durchMesserstiche ziemlich gefährlich verwundet; die Thäter wurden entdeckt und in Verhaft gebracht. —5. April schlug bei Horgen ein mit schwerer Ladung von Frucht, Seide, Eisen und Baar-schaft befrachtetes Schiff um, wobei vieles, doch kein Menschenleben, zu Grunde ging. —22. Oktober verlor Horgen in dem in Paris an der Cholera verstorbenen Hrn. Julius Hüni einentalentvollen jungen Künstler, der bereits als Violinist Bewunderung erregt hatte. (Nekrolog inNr. 347 N. Z.-Ztg. v. I. 1854.) — 1856, 27. Januar wurde in Horgen Hr. alt Präsident undKantonsrath Hüni im Thalacker, einer der achtbarsten Bürger der Gemeinde, bestattet. (Nekrologin Nr. 29 N. Z.-Ztg. v. I. 1856.) — 1857, Januar. Zu Unterstützung bedürftiger, in den eidgen.Dienst berufener wehrpflichtiger Gemeindsangehöriger und deren Familien wurden von den Gemeinds-bewohnern außer reichen Gaben an Kleidungsstücken innerhalb weniger Tage über 3000 Fr. frei-willig zusammengesteuert. — Am 26. auf den 27. November Nachts brannte die neu er-

baute, noch nicht assekurirte Hüni'sche Gerberei ab wegen fehlerhafter Feuer-Einrichtung der Dampf-maschine. — 1858, März. Der Gemeinderath Horgen hat den sektirerischen Predigern Jakobsmühl'und Riemenschneider das Predigen in der Gemeinde untersagt. — Juni. Bei Horgen er-

tranken auf der Heimfahrt von Herrliberg fünf von sechs Dienstboten durch Umschlagen des Kahnes— 1858, August. In Horgen brannte der Dachstuhl eines Hauses im Schürbächli ab. Der Brandwurde durch einen kleinen Knaben verursacht, der mit Zündhölzchen spielte. — Dezember.An den Bau der reformirten Kirche in Luzern steuerte Horgen 300 Fr. — Der sel. ver-storbene Herr alt Bezirksrichter Baumann hat folgende Vermächtnisse gemacht: 3000 Fr. dem Spend-gute Horgen , 1000 Fr. dem Kantonsspital, 1000 Fr. der Blinden- und Taubstummenanstalt inZürich, 2000 Fr. dem Schulfond Horgen für Befreiung vom Schulgeld, 500 Fr. dem Schulfondin Käpfnach, 500 Fr. dem Schulfond in Arn. — Die Schulgemeinde Horgen (Dorf) erhältan die Kosten ihres neu erbauten Schulhauses 4000 Fr. Staatsbeitrag. — 1859, Februar. ImSihlwald wurde die Scheune der Försterwohnung durch eine ruchlose Hand in Brand gesteckt,wobei bedeutende Holzvorräthe, Schlitten und 1 Zentner Pulver verbrannte. Der sehr beträchtliche

Schaden trifft die Stadt. — März. Der Orgelfond in Horgen erhielt von der am 5. März

sel. verstorbenen Frau Streuli-Maurer ein Legat von 1000 Fr. und der Krankensond daselbst

250 Fr. — In einer Fabrik zu Horgen wurde einem Mädchen, vom Räderwerk dasvon ihm geölt werden sollte, während es im Laufe war, der linke Arm weggerissen, so daß erampulirt werden mußte. — Juni. In der Nacht vom 20. aus den 21. brannte die alteGerwe in Horgen theilweise ab, das Wohnhaus und ein Theil des Hintergebäudes konnte gerettet