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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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werden. — Zwischen Horgen und Richtersweil wird ein neuer täglicher Fußbotendienst errichtet. —4. September wurde in Horgen aus dem neuen Schützenplatz das erste Ehr- und Frei-schießen abgehalten. — Am 22. Oktober wurde die neue Brunnenleitung eröffnet. Es wurdennämlich im Laufe des Sommers eine beträchtliche Anzahl lausender Brunnen in der Gemeinde er-stellt, denen ein gutes und gesundes Trinkwasser aus einer Entfernung von zirka 1i/z Stundenzugeführt wird und zwar so reichlich, daß während der heißesten und trockensten Jahreszeit immernoch 19 Röhren je 3 bis -1 Maß per Minute lieferten. Die Kosten der Erstellung der Leitung (dieBrunnen selbst nicht inbegriffen) belaufen sich auf zirka 19000 Fr., welche bloß durch den Verkaufdes Wassers gedeckt wurden. — Am 9. November feierte Horgen das 25-jährige Dienst-Jubiläum des Hrn. Lehrers Weiß, wobei demselben von Schulfreunden und ehemaligen Schülernein Geschenk von 1000 Fr. gemacht wurde. — Die im November erhobene Kirchensteuerfür die Wetterbeschädigten im Kanton ertrug in Horgen 386 Fr. 30 Rp. — 1860. Die Bürger-gemeinde Horgen beschließt das Gemeindsbürgerrecht an verdiente Niedergelassene unentgeldlich zuertheilen und ernennt eine Kommission zu Borlage von Vorschlägen. — Eine bedeutende Anzahlder angesehensten Bürger von Horgen widersetzte sich , daß dem Missionär Hebich die Kirche zuweitern Vorträgen geöffnet werde/ worauf dann diese im Pfarrhause abgehalten wurden. — InFolge der beträchtlichen Servitutablösungen der Stadt Zürich im Sihlwald hat die GemeindeHorgen einen Waldkomplex von 79'/» Juchart erhalten.

Hottingen .

(Urkundlich ein Edelsitz Holtinga vom Jahr 946, später Hottingen 1039. Soll bedeuten bei den Nachkommen desHelling.,

Bezirk Zürich. Politische. Civil- und Schulgemeinde in der Zunft Hottingen . I. Militärbezirk. Zur KirchgemeindeNeumünster gehörend. 23. Notariatskreis IV Wachten <in Zürich). Zu Hottingen gehören die Ortsnamen: Adlisberg , Altweg, Baschlig, Dolder , am Klosbach, beim Kreuz (nur z. Theil,, Kühgaß, Römergaß, Rothwand, Rütigaß, Sonnenberg< oberer und unterer), Spiegelhof, Sprensenbühl, Städtli, im Tobel, Tobelhof und Zeltweg .

1850, November. In Hottingen errichtete Jungfrau Barbara Keller von Zürich eine Privat-erziehungsanstalt für schwachsinnige Kinder. — 1851. In der Nacht vom 22. auf den 23. Junischlich sich ein Dieb in ein Haus am Zeltweg und raubte daselbst einer ältern Dame unter Vor-halten eines Dolches Geld und Schmucksachen und zwang die Beraubte, ihm aus dem Hause zuzünden. Der Räuber wurde später entdeckt, es war der wegen eines Mordes von den Assisen zuThun zum Tode verurtheilte Ammann. — 1852. Am 3. August schlug der Blitz in ein Haus imTobelhof und zerriß das Dach, jedoch ohne zu zünden und am 24. August 1853 in das Hausdes Schulverwalter Mors am Kreuzplatz, doch ebenfalls ohne bedeutende Schad ignngen anzurichten.1854, Januar. Die Gemeinde beschließt den Bau einer Straße von oberhalb des Gemeindehausesbis zur Einmündung in die RLmitannenstraße; zu welchem Zwecke das Expropriationsgesetz inAnwendung kommt. — Die Gemeinde beschloß am 9. April an den Bau des Polytechnikumsdie Aversalsumme von 5000 Fr. zu bezahlen. — 1855 zeigte sich am 22. Juli ein im höchstenGrade Wuthkranker Hund, von welchem ein Knabe gebissen wurde. — 1857. Die Gemeinde voll-endet in Gemeinschaft mit Fluntern die Verbindungsstraße vom Baschlig nach dem Oberhof . —Auch erhöhte sie die Besoldungen ihrer 4 Lehrer auf je 1000 Fr. und schaffte eine fünfte Lehrstelle-

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