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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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653
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Otelfingen .

(Otolvingin 1256, Olvlvingen und Otvlfingen >282 rc. „bei den Nachkommen des Otolf."

Bezirk Regensbcrz. Kirchgemeinde. VNI. Militärbezirk. 10. Notariatskreis Regensberg; besteht aus den beiden Civii-und Schulgemeinden: Otelfingen und Boppelsen. Dem Pfarrer von Otelfingen liegt auch die Besorgung des evangelischenGottesdienstes zu Würenlos und der Religionsunterricht in der Schule zu Hüttikon ob.

1850. Otelfingen erhielt die Bewilligung eines Schürfscheins auf Torf. — 1856, Juui. DieGemeinden Otelfingen und Boppelsen erhalten die Bewilligung zu einer Partialbereinigung ihresGrundprotokolls. — 1858 bestellte der Kirchenrath zum Vikar des Hrn. Pfarrer German in Otel -singen den Hrn. Heinrich Jrminger V.O.L1. von Zürich. — 1859, 25. September fand in Otel-fingen von den Gemeinden Otelfingen, Boppelsen, Hüttikon und Dänikon eine Ausstellung land-wirthschastlicher Geräthe, Maschinen und Produkte statt. — Otelfingen erhält an die Kosten desBaues der im vorigen Jahre ausgeführten Straße gegen Buchs einen Staatsbeitrag.

Ottenbach

(Marcha Hotumbacharia kommt schon im Jahr 831 vor, dann Ottonbac 1169, Hottonbach 1 255, Ottbenbach 1278 u. ff„Bach der Hotta? oder des Otto"?)

Bezirk Affoltern. Kirch-, politische und Schulgemeinde. II. Militärbezirk. 13. Notariatskreis Knonau (in Affoltern);umfaßt die Ortsnamen: Ottenbach, Bruggenmoos, Gäßli, im Lenzen, Rickenbach und Steinshof.

1851, 30. auf den 31. Juli, Morgens 8 Uhr, entlud sich über Ottenbach, Obfelden undUmgegend ein furchtbares Hagelwetter, bei welchem Feld- und Baumfrüchte, sowie die Weinrebengroßen Schaden litten. Man fand erschlagene Vögel, zertrümmerte Fenster und Ziegel. — 1854.Die Gemeinde erhält auf je 100 Einwohner l^/r Malter Kernen aus den Staatsvorräthen ü30 Fr. per Malter und einen Staatsbeitrag von 150 Fr. an seine Armenausgaben. — Andie Kosten der in diesem Jahre unternommenen Abwuhrungsarbeiten an der Reuß erhielt die Ge-meinde Ottenbach einen Staatsbeitrag von 2120 Fr. — 1856. Auch in diesem Jahre verursachtendie Wuhrungsarbeiten an der Reuß der Gemeinde große Kosten. Es wurden zwei senkrecht auf dieKorrektionslinie gerichtete Querwuhre von 200' und 215' Länge ausgeführt, die als Vorarbeitenfür das nächstfolgende Parallelwerk der sehr gefährlichen Konkave beim Gäßli bezwecken. An die be-deutenden Kosten für diese Arbeiten erhielt die Gemeinde einen Staatsbeitrag. — Die Gemeindebeschließt, das bisherige Schützengut dem Gemeindgut einzuverleiben. — Am 8. August brannte inOttenbach ein Haus ab, wobei man triftige Gründe hatte, Brandstiftung zu vermuthen. Ein zuVerhör genommenes, bis dahin wohl beleumdetes Mädchen, Katharina Dubs, bekannte nun, denBrand auf Anstiften der Elisabeths Sidler, geb. Hug, Ehefrau des Jakob Sidler, angelegt zuhaben, wobei aus Aeußerungen des 15jährigen Knaben Gottfried Sidler angenommen werden mußte,daß auch der Ehemann um die absichtliche Brandstiftung wußte. Das Schwurgericht in Pfäffikon verurtheilte den Sidler zu 10 Jahren, die Frau zu 9 Jahren Zuchthaus, ungeachtet beide ihre Un-schuld beharrlich behaupteten. Im Juli 1857 erklärte nun die Dubs, die Eheleute Sidlerseien unschuldig und gab sich allein als Thäterin an. Die beiden Kinder wurden nun am6. November 1857 mit 3 Jahr Gefängniß und das Mädchen zu 700 Fr. Schadenersatzverurtheilt, der Restitutionsprozeß für die Eheleute Sidler eingeleitet, und es fand die Rehabi-litation derselben im Januar 1858 statt. Der Regierungsrath setzte dann den Eheleuten Sidler eine