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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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1858, Oktober. Ebenso erhielt die Civilgemeinde Ringlikon, Gemeinde Uitikon die Bewilligung zurBereinigung ihres Grundprotokolls. — 1860. Das Kirchen-, Armen- und Schulgut der Gemeindeerhielten von dem am 6. Juli sel. verstorbenen Junker Diethelm Steiner-Escher ein Legat von400 Fr. — Der Holzgenossenschaft Uitikon wurde die Bewilligung zu einem außerordentlichenHolzschlage von 40 Klaftern ertheilt, behufs Loskaufs einer auf der Waldung haftenden Brennholz-servitut.

Unter-Engstringeu (stehe Weiningen ).

Unterstraff.

(Der Name ist neuern Ursprungs.)

Bezirk Zürich. Politische, Civil- und Schulgemeinde. I. Militärbezirk. 23. Notariatokreiö IV Wachten (in Zürich );zur Kirchgemeinde „Predigern" in Zürich gehörend. Unierstraß umfaßt die Ortsnamen: Beckenhof, Buzenbühl, Drath-schmidli, im Engen Weg, Fallendbrunnen. im Haderli, Hohe Färb, Jlanzhof. Milchbuck, Oberstampfenbach, Obstgarten.Riedtli (nur z. Theil), Röthelstraße, Spannweid, Teufi.Unterstampfenbach, Walche, Weinberg und Weißhaus.

1850. In der Nacht vom 7. auf den 8. Januar brachen vier bewaffnete und vermummteMänner in das einzeln stehende Landhaus der Dame Lelyfeld aus Holland ein und hielten der-selben so lange Pistolen auf die Brust, bis sie zusammengerafft hatten, was ihnen gefiel. Manfand aber bald heraus, daß die Magd, Therese Luis aus dem Kanton Solothurn mit den Räu-bern im Einverständniß gestanden haben müsse, ebenso eine Spetterin, Anna Staub von Wädens-weil. Von den Männern wurde man des Jakob Weber von Egg und deS Schlossers Kaspar Ganzvon Einbrach habhaft. Der Raub betrug 250 fl. in Reichsgeld, 2 goldene Uhren, im Werthe von258 Fr. und Silberzeug zirka zusammen 800 Fr., wovon bloß zirka 90 Fr. wieder zurückerstattet werdenkonnten. Die Luis wurde dann im Juli zu 7 Jahre, die Staub zu 5, Weber zu 7 und Ganz zu 5'/zJahren Zuchthaus verurtheilt. — Februar brannte der Tröcknerthurm der Zeller'schen Rothsärbereiin der Walche ab. — 28. Juli erhielt der Sängerverein Unterstraß bei dem eidgenössischen Sänger-fest in Luzern als Ehrengabe das Basier Trinkhorn. — 1851, November wurden zwei Arbeiterder Leimsiederei im Drathschmidli durch Kohlendampf, der durch eine geborstene Wand in dasSchlafgemach derselben drang, asphyxirt, so daß der eine derselben am folgenden Tage starb. —1852. Aus einem Uhrmacherladen in Unterstraß wurde durch Einbruch ein Dicbstahl an Uhren vonbeträchtlichem Werthe verübt. Der gleiche Dieb, Kleinert von Mettmenstetten, seßhaft in Hottingen ,versuchte am Münsterhof in einen Goldschmidladen einzubrechen, wurde aber daran gestört undgefangen genommen. — 1853. Tischler Wehrli von Unterstraß wurde von einem Knechte M. Sp.,der im Hard nach Enten schoß, beim Baden in der Nähe des Drathschmidli, aus Unvorsichtigkeitgetödtet. Der Thäter, der das gestiftete Unglück bitter bereute, wurde mit 14 Tage Gefängniß,200 Fr. Buße und 1200 Fr. Entschädigung an die Wittwe Wehrli bestraft. — 20. Februar wurdeunter Leitung des Lehrers Stettbacher im großen Saale zum weißen Kreuz von 110 Kindern eineim Allgemeinen sehr gelungene Gesangaufführung gegeben, die freundlich belobt wurde. Eine ähn-liche Aufführung fand am Ostermontag 1856 statt. — 1854, 9. April. Die Gemeinde Unterstraß beschließt, an den Bau des Polytechnikum die Aversalsumme von 2000 Fr. zu bezahlen. — 1855,am 23. September weihte die Gemeinde Unterstraß ihren neuen schönen Friedhof unter angemessenerFeierlichkeit ein. — Am 18. November gaben die beiden Sängervereine »Männerchor und gemischter