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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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Schmidli'schen Lieder in den Singschulen einzuführen. (Pfarrer Schmidli zu Wetzikon , geb. 1722,gest. 1772, hat sich um das Gesangswesen auf dem Lande seiner Zeit sehr verdient gemacht.) — ImJuni erhielt Wetzikon ein Telegraphenbüreau. — Im August wurde zu Schöneich bei Unter-Wetzikon nach Andeutungen des Hin. Messikomer im Auftrag der Finanzdirektion nach Schiefer-kohlen gegraben. Allein diese Schürfversuche wurden schon im Jahr 1859 wieder aufgegeben, daman die Ueberzeugung gewonnen hatte, daß weitere Arbeiten von keinem Erfolg begleitet seinwürden. — Die Gemeinde Wetzikon erhält die Bewilligung zu Abhaltung monatlicher Biehmärkte.

— 1859, April. Im Aathal wurden die Fundamente einer römischen Villa ausgegradcn, wobeiein Mosaikboden mit Heizanlangen zu Tage kam. — Am 10. November brannte in Ober-Medikon,Gemeinde Wetzikon , ein großes von 4 Familien bewohntes Haus ab. Die Fahrhabe war nichtassekurirt. — 1. Dezember. Gegen eine Recognitionsgebühr von 600 Fr. wurde der GemeindeWetzikon auf weitere 10 Jahre ein Metzgrecht ertheilt.

Wiedikon

(Urkundlich Vuiedinchova im Jahr 889, Wiedinkon 1256.»

Bezirk Zürich. Politische, Civil- und Schülgemeinde. >. Militärbezirk. 20. Nolaralskreis Wollishofen rc. «in Zürich ).Zur Kirchgemeinde „St. Peter" in Zürich gehörend. Cs umfaßt die Ortsnamen: Wiedikon. Ärgerten, Alblshof, in derAu, Gießhübel, Kohlschwarze, Kolbenhof, Schlößli, Sonnenzelt, auf der Stein, zum wilden Sihlstrom und im Wyl.

1851. In der Nacht vom 13. auf den 14. Februar brannte im Wyl bei Wiedikon eindoppeltes, für 6500 Fr. assekurirtes Wohnhaus ab. Mehrere Personen mußten sich durch das Fensterflüchten, wobei ein Kind das Bein brach. Ein der Brandstiftung Verdächtiger wurde verhaftet. —Am 9. Oktober brannte im Friesenberg eine große gefüllte Scheune ab. — 1852 wurde inein Gebäude in Wiedikon Feuer eingelegt, doch konnte dasselbe von der herbeigeeilten Löschmann-schaft bald bewältigt werden. — 1854, am 21. März brannte in Wiedikon die neu errichteteSchultheß'sche Zündhölzchenfabrik ab. — 1855. Am Pfingstmontag wurde ein junger Mannbei einer im Scherz begonnenen Rauferei erstochen. — Am 24. September Abends brannte einTheil der Diener'schen Ziegelfabrik ab. — 1856, Mittwoch Abends am 16. Juni schwoll die Sihl in Folge eines Wolkenbruchs in den Bergen um Einsiedeln plötzlich so stark an, daß bei Wiedikonein Badender vom Strome fortgerissen wurde und zwei andere nur mit Noth sich retten konnten.

— 1857, im Juli trieben die Mormonen ärgert, unsittlichen Unfug, so daß die Polizei einzu-schreiten und drei sogenannte Mormonenapostel auszuweisen sich veranlaßt sah. — 1858, am 28.März wurden an zwei verschiedenen Stellen der Gemeindewaldungen wahrscheinlich aus Muthwillenoder aus Bosheit Waldbrände angelegt, weshalb der Gemeinderath auf die Entdeckung des Thäterseine Belohnung von 100 Fr. aussetzte.

Wiesendangen .

(Die Burg Wisuntwangas kommt urkundlich schon 804 vor, dann Wisantwangun, der Wang oder die Wiese, wo dieWisente grasen. — Der Wisont war in unserm Lande früher sehr häufig.)

Bezirk Wlnterthur. Kirch-, politische und Schülgemeinde. V. Militärbezirk. 4. Notarialikreis Oberwinierlhur (inWinterthur i besteht aus den 5 Civilgemeinden: Wiesendangen, Altikon , Wallikon, Buch und Menzengrül. Die Civil-gemeinden Wallikon und Buch gehören aber zur Schülgemeinde Bertschikon (s. d. Art.) und die Civilgcmeinde Menzen-grüt ist nach Gundelsweil, Gemeinde Bertschikon schulpflichtig.