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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Die Erfindung des Feuers. 11

die Unbilden eines rauhen Klimas ungefährdet zu überstehen; es erweicht die Nahrungs-mittel, macht sie wohlschmeckender und dauerhafter und vermehrt auf diese Weise ganzbedeutend die Zahl der genießbaren Stoffe; es erleuchtet die Nacht und scheucht dieRaubtiere vom Lager des Schlummernden hinweg; es hilft den Urwald roden, den eszugleich durch die Asche der Bäume düngt, es höhlt Baumstämme zu Kähnen aus, härtetdie Thongefäße, schmilzt die Metalle; und die Dienste vollends, die es den eigentlichenKulturvölkern leistet, sind unberechenbar. Und doch entsteht diese unschätzbare Natur-erscheinung nur selten ohne Beihilfe des Menschen, und wenn sie es thut, tritt sie fastimmer zerstörend auf und läßt kaum vermuten, welches kostbare Gut sie für den kundigenBesitzer sein würde. Was bewog den Menschen, das Feuer selbst zu erzeugen. Thater es absichtlich oder führte ihm ein Zufall die Hand? ^ ^ ^

Gewiß ist es möglich, daß nach Waldbränden oder vulkanischen Ausbruchen manchewertvolle Eigenschaft des Feuers bereits erkannt worden war, daß man vielleicht schonversucht hatte, es dauernd zu erhalten, ehe man es selbst hervorzurufen verstand. DieWärme der Glut war ohne weiteres wahrnehmbar, und manches Stück Wild, manche Frucht

L. Air Erzeugung des Feuers krr denZnür-Indianern.

5. Are Erzeugung des Feuers nnitris einesArikkohrers der den Irokesen.

mochten in geröstetem Zustande gefunden werden und dazu auffordern, diesem Winke derNatur zu folgen. Das ist, wie gesagt, möglich, aber schlechterdings nicht mehr mit Sicher-heit zu erweisen. Wohl aber kann man aus den Werkzeugen, die dem Menschen zumHervorrufen des Feuers dienen, erkennen, auf welchem Wege er zu ihrer Erfindung gelangtist; diese Werkzeuge nämlich schließen sich eng an andre an, die ganz andern Zweckendienen und aus denen sie jedenfalls hervorgegangen sind.

Zwei Methoden sind es, die fast ausschließlich von den Naturvölkern angewendetwerden — das Fenerreiben und das Feuerschlagen. Die erste Methode, in ihrereinfachsten Form das Reiben eines härteren Hvlzes gegen ein weicheres, erzielt bessereErfolge, wenn das eine der Hölzer in einer Rinne des andern hin- und hergeführt wird.Eine weitere verbesserte Abart ist das Fenerbohren, wobei ein harter, spitzer Holzstabin die HöHknng eines weichen Holzstückes eingeführt und durch Drehen mit den Händenin quirlende Bewegung gesetzt wird; in der Höhlung befindet sich außerdem ein Zunderaus vermodertem Holze u. dgl., der die Glut des glimmenden Holzes aufnimmt. Nochrascher gelingt das Erzeugen des Feuers, wenn man den Holzstab durch schnelles Hin-und Herziehen einer Schnur oder durch die angespannte und dann losgelassene Sehneeines Bogens in Bewegung setzt.

Beobachten wir einmal genauer das Verfahren einiger primitiver Völker! DieZuni-Jndianer benutzen ein Stück weiches Holz, in dessen Oberfläche sie eine kleine Aushöhlung