Band 
Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
Seite
147
JPEG-Download
 

147

Baukunst der Tolteken und Azteken .

Ornamente, welche oft sehr phantastisch mit Darstellungen von Ungeheuern gemengt sind.Von eigentlichen Befestigungen hat man keine Spuren gefunden. Aber die bis zu 23 inHöhe erhaltenen Türme, die unterirdischen Begräbnisstätten, die Brücken und Wasser-leitungen zeugen von einer hohen Kultur. Diese Kultur sollte eine glänzende Steigerungim engsten Anschluß an das von den Tolteken Geschaffene erhalten.

Als die Tolteken um 1052 nach Süden gezogen waren, nahmen ihre früheren Wohn-sitze andre von Nordwesten kommende Stämme ein, unter denen die Chichimeken die erstenwaren, denen die Azteken folgten. Letztere beherrschten Anahnac vom Ende des 12.Jahr-hunderts bis 1519, wo die geldgierigen und fanatischen Spanier ihre hochblühende Kulturmit Füßen traten. Sie malten z. B. auf Papier, das sie sehr geschickt aus den Fasern

101. Ninfaffunssmnner drs -ntrlnschrn Kmipttroralli rn Memk«, restauriert vo» O. Motstes.

der Agave zu bereiten wußten, und auf sorgfältig geglättete baumwollene Gewebe. SolcheGemälde bildeten ihre Schrift, und Formen und Farben hatten dabei ihre Bedeutung.Die Teocallis sind mit der Hanptseite genau nach Osten gerichtet; sie liegen auf künst-lichen Hügeln, hier und da kegelförmig, doch meist als Stnfenpyramiden gestaltet, und er-regen durch ihre Größe sowie durch sorgfältige Arbeit noch jetzt Bewunderung.

Oft trug der Gipfel der Tempel Götterstatuen, manchmal auch standen diese nebstdem Opferherd für das heilige Feuer vor dem Tempel oder statt desselben anf der Ter-rasse. Die Außenmaucrn der Tempel waren mit rotem Ocker bemalt oder mit in Steingehauenen Verzierungen überladen, welche erst nach Aufrichtung der Gebäude ausgearbeitetworden zu sein scheinen. — Die Grabmäler der Könige waren ähnlich den Teocallis,nur schmäler und ohne den Tempelban anf der Plattform. Der Luxus in Verzierungenstieg natürlich mit dem zunehmenden Reichtum ebenfalls. Am reichsten sind daher dieaztekischen Bauwerke der späteren Zeit verziert; schöne Gesimse mit Blumenguirlanden,eine Menge ansgehauener Figuren und Malereien liefern den Beweis, wie weit diese in