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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Baukunst: Formenkreis der altchristlichen Zeit.

treten. Indes wurde dieses Ziel weder politisch, noch anf dem Gebiete der Kunsterreicht. Der bedeutendste Rest alter Kultur war auch nicht in Rom , sondern in Byzanzlebendig geblieben und übte einen unvermeidlich starken Einfluß; außerdem wirkten diekeltisch-germanischen Stileinflüsse weiter, und endlich rückte die Herrschaft des arabischenStiles über Nordafrika, Sizilien, Sardinien und Spanien bis an die südlichen Grenzendes karolingischen Reiches vor. Die Palastkapelle Karls des Großen zu Aachen bildeteinen achteckigen Mittelbau mit zweigeschossigem, sechzehneckigem Umgänge, der sich untenund oben mit Rundbogen zwischen Pfeilern gegen den Mittelranm öffnet. Die Öffnungendes oberen Umganges sind durch zwei Ränge Säulen übereinander ausgefüllt, von denendie unteren wieder durch Rundbogen verbunden sind. Über dem oberen Umgänge durch-brechen acht Fenster den oberen Tambour, auf dem sich die achteckige Kuppel erhebt.Die abwechselnd quadratischen und dreieckigen Räume des Umganges sind unten mit

Ilv. Karolingischr Palastkapelle zu Aachen . (Durchschnitt.)

Kreuzgewölben, oben mit steigenden Tonnengewölben, in der Art eines Strebesystemes,überdeckt. In dieser Verwendung des Gewölbes liegt eine Neuerung, die mehr mit west-gotisch-gallischen Bauten als etwa mit S. Vitale in Ravenna zusammenhängt, währenddas strebepfeilerartige Hervortreten der äußerlich über das Sechzehneck der Umfassungs-mauern fortgesetzten Pfeiler an die gallisch-römischen Eigenheiten der nördlichen Provinzenerinnert. Die Strebepfeiler sind als Pilaster ausgebildet und mit Kapitellen versehen.Auch im Innern ist das römische Element durch die kompositen Säulenkapitelle und dieEinzelformen der Erzgitter des Umganges und die in Felder geteilten Thürflügel vertreten,während der Mangel an Gliederungen, die dafür eintretende Flächeninkrustation und dieMosaiken der Kuppel den byzantinischen Einfluß verkünden. Die Vorhalle in Lorsch zeigtebenfalls in ihrem antikisierenden mit Spitzgiebeln bekrönten, pilastrierten Arkaden, demFlächeumosaik und dem mit Akanthus geschmückten Fries den gallisch-fränkischen Einfluß.Stilistisch dem Aachener Bau verwandt erscheinen die Kirchen anf der Insel Reichenau am Bodensee. Die Basiliken Einhards zu Steinbach bei Michelstadt im Odenwalde undzu Seligenstadt am Main sind Längsbasiliken in römisch-deutscher Art, in sehr schlichterformaler Ausbildung. Die karolingischen Kirchenbauten in Frankreich bewahren in