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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Romanische Bauwerke in Italien .

Die Kirchenstaaten, besonders Rom, 'treten nicht so lebhaft wie die übrigen Provinzen indie neue Stilbewegung ein. S. Stefano rotonda in Bologna besteht aus sieben verschiedenenBauanlacM, die nach und nach aneinander gefügt sind. Von diesen bildet die KircheS. Sepolcro ein mittleres Zwölfeck mit zwölsseitiger Kuppel auf Säulen, welches voneinem Umgänge umschlossen wird. Der Umgang ist mit Kreuzgewölben abgedeckt. Einzweiter Teil, S. S. Pietro e Paolo, ist eine dreischiffige, mit Kreuzgewölben überdeckteBasilika; ferner zeigt die Chiesa decke confessi ebenfalls Kreuzgewölbe, während die Chiesadel Santissimo Crocifisso einschiffig mit freiem Dachstuhl erscheint, und die Chiesa dellaSa. Trinita wieder Kreuzgewölbe hat. Diese Baulichkeiten schließen insgesamt zweiHöfe ein, das Atrio di Pilato, welches mit Säulenhallen umgeben ist, und den Kloster-hof der Abtei. Das Ganze von S. Stefano mit seinen vielen antiken Fragmenten machtden Eindruck von nicht stilistisch verschmolzenen fremdartigen Verbindungen. Einen ähn-lichen Eindruck mußte das ebenfalls größtenteils aus antiken Resten zusammengebauteHaus des Crescentius in Rom machen. An der Kirche von Grotta Ferrata bei Rom istbesonders das Portal bemerkenswert durch seine mit Reinheit und Geschick behandeltenantikisierenden Formen. Die Einfassung des Portales ist mit Glasmosaiken geschmückt,und über der Thür befindet sich ebenfalls ein Mosaikbild. Die Basiliken Roms aus dieserZeit, wie S. Elemente, S. Crisogno u. a., entfernten sich kaum vom Typus der altchrist-lichen Basilika. Erst S. Prassede gibt eine prinzipielle Änderung durch die Anlage vonQuergurtbogen im Mittelschiff. Die Kirche S. Pietro bei Spoleto zeigt zwischen denPortalen eine Fülle von abenteuerlichen Skulpturen: Tierkämpfe, fabelhafte und sym-bolische Gestalten, daneben heilige Geschichten. Die Fassaden von S. Feliciano zuFoligno und von S. Maria delle Piazza zu Ancona zeigen gleicherweise unabgeklärteSonderbarkeiten in der Skulptur. Alle diese Kirchen sind Basiliken mit flachen Decken.Erst durch die Cistercienser kamen gewölbte Bauten in Aufnahme.

Am Anfang des 11. Jahrhunderts erneuert sich der byzantinische Einfluß in Rom ;unter anderm werden die Erzthüren der Basilika S. Paolo in Konstantinvpel gefertigt.Im 12. Jahrhundert kommt die Thätigkeit der Kosmatensamilien auf. Es waren diesweniger Architekten und Bildhauer als Marmorarbeiter, etwa im Sinne der nordischenSteinmetzen, die mit dem Ornament und der Steinmosaik sehr gut Bescheid wußten, auchmit dem Figürlichen, jedoch nur in handwerklicher Art. Von diesen Kosmaten sind einegroße Zahl von Fassaden, Portalen, Kanzeln, Ziborien, Altarbrüstungen, Grabmälernausgeführt, welche in der Regel mit Steinmosaiken ausgestattet sind. Die Kosmatenhaben sich unzweifelhaft an den antiken Resten geschult. S. Maria in Trastevere zu Rom zeigt im Innern alte ionische und neue korinthische Säulen. Die figürlichen Arbeiten inRom , welche dieser Zeit angehören, sind von sehr verschiedenem Wert, es kommen ganzplumpe, aber auch feine und lebendige Arbeiten vor. Jakobus und sein Sohn Kosmassind die ersten bezeichneten Kosmaten. Der Kreuzgang von S. Paolo vor den MauernRoms wird durch seine meist gewundenen Säulen mit stark antikisierenden Kapitellen unddurch die überreiche Verwendung von Glasmosaiken als ein Werk der Kosmaten kenntlich.Kleinere Marmorwerke derselben Schule, Ambonen, Schranken, Bischofsthrone, Oster-lenchter, finden sich vielfach. Im 12. Jahrhundert wurde der Bronzeguß wieder in Rom heimisch, wie die Thür der alten St. Petersbasilika , jetzt in der Confessio befindlich, zeigt.Von Wandmalereien sind die in der gotischen Kirche des heiligen Franciscus von Assisthierher zu setzen, da dieselben durchaus romanisch-antikisierend sind.

Süditalien hatte lange unter byzantinischer Herrschaft gestanden und behielt dieSpuren dieser Abhängigkeit in der Skulptur und Malerei noch jetzt. Die Kirchen Süd-italiens aus dem 11. Jahrhundert ähneln in der Hauptanlage denen in Toscana, siesind oft ohne Kreuzschiff, mit offenem Dachstnhl und erhöhter Krypta ausgeführt. DerDom zu Bari ist durch Reihen enggestellter Säulen in drei Schiffe geteilt und mit zweiTürmen ausgestattet. S. Niccolo zu Bari zeigt Säulen in weiteren Abständen, in derMitte der Reihe durch einen Pfeiler mit angelehnten Säulen unterbrochen. S. Sabinozu Canosa nähert sich der byzantinischen Art, sie ist mit fünf Kuppeln überdeckt. DerDom zu Troja in der Kapitanata erinnert in der äußeren Erscheinung an toscanische