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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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IgO Baukunst: Romanische Epoche des Mittelalters.

gange umgeben. Der Dachraum war ursprünglich nach innen offen, ist aber später imMittelschiff durch eine Verschalung in Form eines Tonnengewölbes geschlossen worden.Die Firste der Schindeldächer sind mit einem aufrechtstehenden Kamm versehen und dieGiebel mit schiffsschnabelartigen Ausschweifungen. Der im 12. Jahrhundert eintretendeSteinbau steht dann sofort unter englisch -normannischem Einflüsse und bietet keine neuenMotive. Dänemark und Schweden schließen sich seit dem Ende des 11. Jahrhundertsder romanischen Kunst unter deutschem Einflüsse an, wie dies der Dom zu Roeskild inSeeland zeigt.

In Ungarn hatte die antik-römische Kultur nur geringe Spuren hinterlassen, unddie romanische Kunst drang später besonders von Deutschland ein. Der Spätzeit desStiles gemäß treten neben den Würfelkapitellen sofort die kelchförmigen auf, bisweilenmit Blattwerk ausgestattet, wie in der Klosterkirche zu Kis-Beny. Die Klosterkirche vonSt. Jäk zeigt einen besonders reichen Schmuck; das Portal ist mit glatten und verziertenSäulen, die Deckplatten derselben mit Ranken und Tierbildern ausgestattet. — Rußlandbesitzt eine ursprüngliche Holzarchitektur, dagegen ist der Steinbau seit dem 11. Jahr-hundert byzantinisch.

Die romanische Kunst bewahrt ihre Wichtigkeit für die Neuzeit; sie ist musterhaftdurch den frei aus dem Geiste der Zeit gegriffenen, volkstümlichen Inhalt ihrer baulichenSchmuckformen. Nur in einigen Schulen, besonders in denen des französischen Nordens,kann das Romanische als Vorbereitung der Gotik gelten; sonst strebt der Romanismusfür sich konsequent einer harmonischen Anpassung an die Eigentümlichkeiten der neuerenVölker zu, ähnlich wie die spätere Renaissance, aber mit einer stärkeren Betonung desnationalen Elementes. Die romanische Stilform gelaugt aber nicht zu ihrem eigentlichenZiel, weil die Entwickelung derselben durch die entweder in streng nationaler Folge auf-tretende oder von fremdher eingeführte Gotik unterbrochen wird.

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Die Schilderung der byzantinischen Kunst des Mittelalters gehört notwendig zurVervollständigung des Bildes der vorliegenden Epoche. Der Byzantinismus ist in dieserZeit nur noch eine greisenhafte Fortsetzung der alten Überlieferungen, bewahrt aber seinetechnische Überlegenheit und ist deshalb immer noch von bedeutender Einwirkung auf dieabendländische Kunst. Eine wesentliche Änderung im späteren byzantinischen Kirchenbanerfolgte durch Annahme der vollen Halbkugelform für die Kuppel. Der Bilderstreit hatteeine bleibende Unterdrückung der kirchlichen Skulptur zur Folge gehabt, und in der Malereisah man sich aus demselben Grunde auf Laubwerk- und Vogeldarstellungen beschränkt.Kaiser Theophilns soll im 9. Jahrhundert prunkvolle Bauanlagen errichtet haben, wie esnach den Beschreibungen eines Sommerpalastes zu schließen ist, und zwar entschieden untersarrazenischen Einflüssen. Die Fernwirkung des Byzantinischen beruht in dieser Zeit auf dentechnisch hochstehenden Werken der Kleinkunst. In der That finden wir eine beträchtlicheAnzahl byzantinischer Edelmetallarbeiten aus dieser Periode im Abendlande wieder. Dem10. Jahrhundert scheinen anzugehören: ein Reliquiarium des Graner Domes, sehr orien-talisch in den Verschlingungcn der getriebenen Ornamentik, dann die Pala d'oro in S. Marcozu Venedig u. a. Aus dem 11. Jahrhundert stammen die in Ungarn gefundenen Gold-platten mit Emailporträts griechischer Kaiser und Kaiserinnen, die Stephanskrone u. a.Seit dem Ende des 11. Jahrhunderts gerät die byzantinische Kunst in Verfall, obgleichnoch immer die alte technisch-handwerkliche Überlegenheit bleibt. Die jetzige MoscheeMesse Dschami zu Konstantinopel , ehemals Kirche des Pantokrator, aus dem 12. Jahr-hundert stammend, zeigt im Innern noch das alte, antikisierende Plattenmosaik, zusammenmit kleineren Feldern in Glasmosaik.

Die mohammedanisch-arabische Knnstentwickelung, welche im Mittelalter gleichder christlich-abendländischen in großer Jugendfrische aufstrebt und wie diese von derrömischen Antike und vom Byzantinischen beeinflußt wird, rückt gewaltsam von Ostengegen das Abendland vor und überschreitet sogar in Unteritalien und Spanien dessen