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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Romanische Bauwerke in Spanien und in den skandinavischen Ländern. 189

ist die Kuba, ein zweites Schloß bei Palermo , in derselben Stilfassung wie dasvorige erbaut.

Dalmatien gehört nach seinem Kunstcharakter als Grenzland zu Norditalieu. Inältester Zeit findet ein Zusammenhang mit Byzanz statt, und daneben äußert sich einebarbarische Originalität. Der Dom zu Trau zeigt ein reiches Portal mit antikisierenderOrnament- und Figurenskulptur, die letztere in lebendiger Auffassung und im einzelnenmit slawischen Charakterzügen. Der Dom von Zara ist bereits ganz in lombardischenFormen errichtet.

In Spanien blieb nach der maurischen Eroberung im 8. Jahrhundert die west-gotisch-christliche Herrschaft auf die nördliche Provinz Oviedo beschränkt. Bis zur Mittedes 12. Jahrhunderts hatten sich dann, durch Zurückdrängung der Mauren auf Granada ,die christlichen Königreiche Arragonicn, Kastilien und Portugal gebildet. Die ältestenwestgotischen Bauten in der Provinz Oviedo , mit Tonnengewölben und römischen Gliede-rungen ausgestattet, sind den westgotischen Bauten Südfrankreichs ähnlich. S. Maria vonNaranco bildet einen einschiffigen Hauptraum, dessen Wände mit Arkaden auf kanneliertenSäulen besetzt sind; ein Rundbogen öffnet sich gegen das Sanktuarium. Alle Teile sindüberwölbt. Die Kapelle St. Cristina im Bezirke von Lena ist einschiffig, kreuzförmig undmit einem Tonnengewölbe überdeckt. Die dreischiffige Kirche S. Salvador zu Valdedios bildet eine vollständige Basilika mit einem Narthex (rohrförmige Vorhalle) und mit vier-eckigen Pfeilern zwischen den Schiffen. Scheidebogen und Fensterbogen sind halbkreisförmig,und die Schiffe sind mit Tonnengewölben überdeckt. In Arragonien herrscht auch späternoch der südfranzösische romanische Einfluß; man findet hier dieselben korinthisierenden undfigurierten Säulenkapitelle, wie jenseit der Pyrenäen. Die Kathedrale von Jaca zeigt imInnern den Wechsel von Pfeilern und Säulen. Nach der Eroberung Toledos durch Alfons VI. blieb in Kastilien ein Rest maurischer Kunst hasten und vermischte sich mit der romanischenOrnamentik. Man begegnet Hufeisen- und Stalaktitenbogen, sowie maurischen Flächen-verzierungen. An S. Leocadia zu Toledo ist der Chor mit vier Reihen Fenstern inmaurischen Kleeblatt- oder zugespitzten Hufeisenbogen ausgestattet. Die Dominikanerkirchezu Calataynd, ein Polygonban mit Kapellen zwischen den Strebepfeilern, ist aufs reichstemit maurischem Flächenornament und maurisch stilisierten Arkaden ausgestattet. DieKathedrale von Tarragona ist ein nordfranzösischer Ban; breite eckige Pfeiler, mit Rund-säulen besetzt, tragen die Rippen des Kreuzgewölbes und die weitgespannten halbrundenScheidebogen. Über der Vierung erhebt sich eine achtseitige Kuppel. Der fortdauerndsteEinfluß ist der südfranzösische, wie derselbe noch am Chor des Klosters de las Huelgasbei Burgos hervortritt. Übrigens macht sich auch das nordische Würfelkapitell an denKreuzgängen des erwähnten Klosters und an dem ebenfalls kastilischen Kloster Beneviverebemerkbar. Der reichere spätromanische Stil kommt an der Stiftskirche zu Toro, derenKuppel von vier Ecktürmen flankiert wird, und an den Domen von Salamanca undZamora zur Anwendung. Die Skulpturen in der Provinz Oviedo sind entschieden antiki-sierend, während das Ornament der Stiftskirchen zu Toro, sowie der Dome von Sala-manca und Zamora in Kastilien unter maurischem Einflüsse stehen.

Die skandinavischen Länder, Norwegen, Dänemark und Schweden , nehmen ander Entwickelung des romanischen Stiles nur geringen Anteil. In Norwegen bildet sichsin eigentümlich nordischer Holzbaustil aus mit einer Ornamentik, welche wir schonin der Völkerwanderungszeit in den Grundzügen vorfanden. Es lassen sich in Norwegen verschiedene Perioden der ornamentalen Entwickelung unterscheiden: die erste zeigt schmale,m dürftige Blätter endigende Ranken und breite bandartige Tierfignren mit langgezogenenFußen; erst die zweite Periode steht unter romanischem Einflüsse, der sich durch Ranken-verschlingnngcn und kräftiges langgezogenes Blattwerk und durch das Vorkommen derDrachenfigur bemerkbar macht. Die älteste Banweise ist die des Blockbaues aus elliptischbearbeiteten Balken. Die noch vorhandenen Kirchen zeigen den Stabwerkban, aus senk-recht gestellten Bohlen bestehend, welche von runden Eckpfosten, Schwellen und Rahm-stücken eingefaßt sind. Die Kirche zu Borgund besitzt im Innern eine Säulenstellung undeinen besonderen Altarraum; das ganze Kirchengebäude ist von einem offenen Arkaden-