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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Bauwerke der Frührenaisscmce in Italien .

einer Kuppel über der Vierung errichtet, führte Brunelleschi wieder die flache Holzdeckeein und die Teilung der Schiffe durch Reihen von korinthischen Säulen, welche Rundbogen-arkaden bilde». Die Säulen erhalten in antiker Weise einen Gebälkansatz über demKapitell. Die Kirche der Badia in Fiesole ist dagegen einschiffig, mit einem Tonnen-gewölbe über dem Mittelschiffe und einer Kuppel über der Vierung. Leon Baptist« Alberti,der Theoretiker der Frührenaisscmce, schlägt in seinem Umbau der Kirche S. Francescozu Rimini zum erstenmal den Ton an, welcher den Gegensatz der Renaissance zum Mittel-alter scharf hervorhebt; S. Francesco ist weniger eine Kirche als ein Tempel der Mala-testa. Auf den römischen Kirchenban wird die Renaissance durch Florentiner übertragenund kommt zuerst am Chor des Neubaues der St. Petersbasilika zum Ausdruck. BernardoRosellini beginnt den neuen Chor, dessen Bau durch Guiliano da Sangallo fortgesetztwird. Der Letztere beabsichtigte jedenfalls einen großartigen Gewölbebau zu schaffen, denindes erst später Bramante zur Verwirklichung brachte. Baccio Pintelli greift bereits zuetwas trockenen antikisierenden Formen und erbaut S. Maria del Popolo und andre römischeKirchen in einer bereits typisch werdenden Fassadenanordnung mit Pilastern und Gebälken,zweigeschossig für das Mittelschiff, eingeschossig für die Seitenschiffe und mit halben Giebelnin geschwungener Linie zum Verdecken der Dächer der Seitenschiffe, während der mittlereTeil mit einem antiken Giebel abschließt. In mehreren Kirchenfassaden dieser Zeit zeigtsich ein Nachklang des Mittelalters in einer stark hervortretenden Marmorpolychromie.Die Fassade von S. Francesco dei Nobili in Perugia mit dem Motiv eines Triumph-bogens schließt mit Gebälk und Giebel ab. Das Giebelfeld ist blau, ebenso der Grundder Reliefs an den Eckpfeilern und den Kassetten des Bogens. Die korinthischen Pilasterder Laibungsnischen sind aus grauem, der Hauptkörper des Baues aus rotem, Gesimseund Reliefs aus weißem Marmor. Andre polychrome Fassaden sind die von S. Bernardinoin Perugia und von S. Zaccaria in Venedig. Florenz schreitet wieder in der Stil-entwickelung voran, die Kirche S. Madonna delle Carceri in Prato von Guiliano da SänGallo, ein griechisches Kreuz mit flacher Mittelkuppel, wird wieder das Muster andrerBauten. In der Lombardei blieb der Ziegelban herrschend, zugleich erhielt sich eineNeigung zu mittelalterlichen Formen; so herrscht hier noch lange die Polygone Kuppelüber der Vierung. Die lombardischen Bauten Bramantes, S. Maria presso S. Satiromit großer Nische in der Fassade, die östlichen Teile von S. Maria delle Gracie, beidein Mailand , gehören der Frührenaissance an.

Der Palastban fand in der Periode der Frührenaissance eine glänzende Ausbildung.Schon Brunelleschi schuf in Florenz den hoch monumentalen Palazzo Pitti, dessen Haupt-fassade noch heute an Großartigkeit unübertroffen ist. Er ist ein Bau aus großen Rustika-quadern mit rundbogigen Öffnungen und wenigen Einzelgliederungen. Palazzo Quaratesiin Florenz rührt ebenfalls von Brunelleschi her. Michelozzo , auf der Bahn des Vor-genannten fortschreitend, errichtet ebenfalls in Florenz den Palazzo Riccardi und denvorderen Hof des Palazzo vecchio. Alberti erbaut daselbst den Palazzo Rucellai . Anallen diesen Palästen ist zu bemerken, wie sich aus den der römischen Antike entnommenenMotiven ein typisches Fassadensystem in einer voin Einfachen und Schweren zum Mannig-faltigen und Leichten fortschreitenden Bildung entwickelt. Zeigt Palazzo Pitti noch dieeinfache, gleichmäßige Rustika, von teilweise kolossalen, im Spiegel kaum bearbeitetenBlöcken, so ist bereits Palazzo Quaratesi mit reizvoller Laubeinfassung der Fenster und mitKöpfen in den Bogenzwickeln verziert. Palazzo Riccardi gibt zum erstenmal eine nachStockwerken abgestufte, nach oben feiner werdende Rustika, und Palazzo Rucellai zeigt,wieder zum erstenmal, die Verbindung der Rustika mit Wandpilastern in allen drei Ge-schossen. Der römische Palastbau folgt den florentinischen Mustern, wie dies am großenPalazzo di Venezia von Guiliano da Majano und dem kleinen Palazzo di Venezia vonPintelli hervortritt. Cecco di Giorgio von Siena und Bernardino Rosellino erbauten inPienza den päpstlichen Palast und die Bischofswohnung. In Urbino errichtete Cecco denHerzogspalast, in Siena erbaute derselbe die Paläste Piccolomini und Spannochi, sämtlich inder Hauptsache noch mittelalterlich, nur in den Einzelheiten antikisierend. In Florenz bereitetsich bald der Übergang zur Hochrenaissance vor; Palazzo Strozzi , um 1490 von Benedetto

DaS Buch der Erfind. I. 30