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Baukunst: Epoche der Früh- und Hochrenaissance.
folgt ganz neuen, bisher unbekannten Bahnen und erreicht in ihrer Art die höchstenZiele, obgleich die kirchliche Malerei durch die Verweltlichung ihres Inhaltes und dieAufnahme heidnisch-mythologischer Anspielungen viel von ihrer alten großartigen Einfach-heit und Allgemeinverständlichkeit einbüßt. Unendlich reich erscheint die Dekoration derRenaissance, einmal durch ihre Verbindung des Figürlichen und Vegetabilischen zu einembeseelten Ganzen, dann durch die der Antike abgelauschte Feinheit der Zeichnung undModellierung, und alle diese Vorzüge kommen, wie oben erwähnt, nun nicht mehr alleinden Kirchen zu gute, sondern werden auch für die den Profanzwecken dienenden Gebäude,nicht zum wenigsten für Paläste und Wohnhäuser, verwandt und machen diese dem ver-feinerten Bedürfnis annehmlich. Allerdings hatte der glühende Enthusiasmus für alle
1S8. Durchschnitt durch den Dom in Ftorenz l>474 vollendet).Nach Gailhabaud.
antiken Reste zur Folge, daß man ganz naiv und kritiklos den Schatz der antiken Motiveohne Bedenken plünderte und den geistigen Inhalt des Dargestellten ganz unbeachtet ließ.Wir sehen nun Opferstiere, Opferaltäre und Schalen, ebenso den Figurcnkreis des unterenOlymps u. a. in sinnloser Anwendung an ganz unpassenden Stellen.
Von dem Wettbewerb um die Bronzethüren des Baptisteriums zu Florenz , um 1401,kann man den Beginn der Renaissance datieren. Die Einführung des neuen Stiles indie Baukunst, von konstruktiver und dekorativer Seite zugleich, erfolgte ebenfalls zuerst inFlorenz, in erster Art durch die 1420 von Filippo Brunelleschi begonnene Domkuppel,deren Entwurf auf das Studium der antiken Gewölbebauten Roms zurückweist, und inzweiter Art, dekorativ, durch die Capella Pazzi. Das Neue an der Domkuppel ist derdurchbrochene Tambour, auf dem dieselbe ruht; indes scheint die richtige Ausbildung desInnern der Kuppel noch nicht erreicht zu sein. Die Polygone Flachkuppel der Kapelle derPazzi, gut durch Rundfenster beleuchtet, gelang besser und wurde vielfach nachgeahmt.In den Kirchen S. Lorenzo und S. Spirito zu Florenz , beide im lateinischen Kreuz mit