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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Bauwerke der Spütrenaissance in Frankreich . 257

Primaticcio hat außerdem sicher Anteil an der Gestaltung des Äußeren einiger Bauteilevon Fontainebleau gehabt. Die Fassade der Galerie Franfvis I. zeigt zu ebener Erderundbogige Arkaden, in weiter und enger Achsenteilung wechselnd und als Rustika aus-gebildet. Die Bauten an der Cour du Cheval blaue, an denen auch Delorme Anteilhaben soll, sind wohl spätitalienisch in den Einzelheiten, aber französisch in der Auflösungder Banmassen in Pavillons. Die Südfaffade der Cour ovale, die der Galerie Henri II. ,ist durch rundbogige Arkaden in zweiGeschossen in sehr klaren antikisierendenFormen gegliedert. Das alte Hotel de Billezn Paris , obgleich von einem Italienerumgebaut, gewinnt bereits den Ausdruckeiner national-französischen Renaissancedurch seine Hanptfront mit zwei flankieren-den Eckpavillons und durch die steilenDächer mit dem Uhrtürmchen über demEingänge. Jean Brillant erbaute das jetztzerstörte Schloß von Econen in antiki-sierender aber selbständiger Weise. DerHauptban dieser Periode, an dem eineignes Fassadensystem zur Entwickelungkommt, ist der alte Lonvre zu Paris , vonPierre Lescot und Jean Goujon aus-geführt. An den Risaliten bildet sich eineArt rhythmischer Travce von gekuppeltenSäulen und Nischen, welche zwischen sicheinen breiteren Zwischenraum für dieÖffnungen einschließen. Über dem durch-schnittenen Hauptgesimse folgt als Abschlußeine Attika mit einem Flachbogengiebel.

Eine originelle Architektur zeigt auch daseigentliche Corps-de-Logis des Lonvre.

Es ist wieder eine Bildhauer-architekturwie die Michelangelos , der wir hier be-gegnen, aber in einem ganz andern Sinneaufgefaßt. Der ursprüngliche Bau der jetztzerstörten Tnilerien, von Jean Bullant und Philibert Delorme herrührend, be-stand aus einer offenen Rundbogenlanbemit Rustikasäulen und Pfeilern, darübereiner Attika, welche sich in Fenster mitdurchschnittenen Flachbogengiebeln und da-zwischengestellte Stücke einer Attika auflöste.

Gerade diese letzte Form ist für die franzö-sische Renaissance typisch geworden. Schloßd'Anet in der Normandie, von Bullant , zeigt in den Einzelheiten eine frische Erfindungs-kraft des Architekten. Aus dieser Zeit sind noch eine große Anzahl von Schlössernerhalten, teilweise im gemischten Ziegel-Hausteinbau, aber stets mit steilen über den Eck-pavillons abgewalmten Dächern. Unter Charles IX. nahm die Architektur einen andernCharakter an wie unter Henri II. , es zeigte sich eine gewisse Schwerfälligkeit der Formendurch übertriebene Bossagen und vermikulierte Felder. Das Logis der Königin im Lonvreund eine Anzahl Schlösser geben Beispiele dieses Stiles.

An der runden Kapelle des Schlosses d'Anet, welche von einer Kuppel über-deckt und mit drei elliptischen Apsiden ausgestattet ist, zeigt sich zum erstenmal inFrankreich die Anwendung der Renaissance auf die Grundformen des Kirchenbaues.

Das Buch der Erfind. I. 33

17S. Fafsadentell vom allen Lonvre (begonnen csti).Nach Ducerceau.