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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Bauwerke der Spätrencnssance in den Niederlanden.

Die nationale Renaissance in den Niederlanden erscheint wieder unter starkerBeeinflussung von der kräftigen Nachblute der heimischen Gotik, die ihrerseits schon demGeiste der Renaissance durch malerische.Auffassung der Formen nahestand, ebenso wiedies auch in der Eyckschen Malerschule der Fall war. An den holländischen Bauwerkenkommt der steile Giebel immer noch sehr häufig vor, wird aber seltener mit den üblichenRenaissanceformen verbunden, sondern in eigner Gestaltung in klassischer Klarheit gegliedert.In der Ornamentik der Niederlande bildet sich eine Eigentümlichkeit aus, die durch alleLänder hindurch bis nach Italien vordringt; es ist dies das gerollte Kartuschenwerk,

182. Das ehemalige Schlachthaus (Schlachtwaag) xu Saarlein (16. Jahrh.).Nach Ewerbeck und Neumeister.

welches in den Niederlanden zuerst systematisch ausgebildet wird. In der Malerei sind esdie Zweige der Landschaftsmalerei und der realistischen Genremalerei, welche in denNiederlanden ihre Heimat haben. Cvrnelis de Vriendt, genannt Floris, ist der Begründerder niederländischen nationalen Renaissance; von ihm ist das Stadthaus zu Antwerpen errichtet, ein Steinbau in antikisirender Gliederung, mit mächtigem dreigeschossigen Mittel-giebel. Den Einfluß des Stils Henri II. zeigt das Plantinsche Hans in Antwerpen , jetztMuseum. Eine Anzahl Gildehäuser und Wohnhäuser in Antwerpen und Brügge gebenverschiedene Ausbildungen des Treppengiebels mit Voluten, sitzenden Figuren, Obelisken,Kugeln und großen Köpfen in Steinbau. In den holländischen Provinzen herrscht dieZiegel-Haustein-Bauwcise, bei welcher ein regelmäßiger Farbenwechsel durch das Materialbeabsichtigt ist. Ein klassisches Werk dieser Art ist die Schlachtwaag zu Haarlem mit