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Baukunst: Erste Periode des Barockstiles.
XIII. Erste Periode des Barockstiles.
In Italien findet in der Periode des Barockstiles in der Architektur zunächstnur eine Steigerung nach dem Malerischen hin statt, während in der Malerei selbst durchdie Schule der Carracci aus Bologna ein wirklicher Abschnitt hervorgebracht wird. Inder Architektur liegt der Hauptunterschied gegen die frühere Periode in der häufigerangewendeten Verdoppelung der vertikalen Gliederungen, überhaupt im Anstreben einerreichen perspektivischen und Schattenwirkung. Für die Fassaden der römischen Kirchenwird wieder die Anwendung von zwei Ordnungen übereinander üblich, jedoch mit stärkeremRelief als früher, indem Halbsäulen und sogar vortretende ganze Säulen, begleitet vonNebenpilastern, zur Verwendung kommen. Die Verbindung der Seitenschiffe mit demMittelschiffe durch Voluten oder einwärts gebogene Streben ließ sich jetzt leicht herstellen,da die Seitenschiffe zu Kapellenreihen von geringer Tiefe zusammengezogen waren. ImInnern kommt vorwiegend der Pfeilerbau mit vorgesetzten Säulen zur Ausführung, und
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18S, Grundriß der Kirche K. Carls ü Cstimrri ;» N»m (zweite Hälfte des l6. Jahrh.).
Nach Letaroutlly.
die Kuppeln werden nach dem Vorbilde von St. Peter behandelt. In dieser Art erbauenGiacomo della Porta , Domenico Montana, Onorio Lnnghi u. a. eine Anzahl Kirchen inRom : S. Maria Scala Coeli, S. Maria di Loretto, S. Andrea della Balle, S. Carlo äCatinari. Die meisten Architekten Roms in dieser Periode sind Lombarden, wie auchCarlo Maderna , der den St. Petersdom durch Hinzufüguug einer Vorhalle und dreierJoche in ein lateinisches Kreuz verwandelt. Die Vorhalle Madernas giebt zwar nur eineDekorationsarchitektur, aber das Innere derselben ist eine der schönsten Raumschöpfnngender modernen Architektur. Florenz nimmt an der Entwickelung des Barockstiles keinenbesonderen Anteil. In Bologna entsteht das Prachtvolle Innere der Kirche S. Pietround der Neubau von S. Salvatore, in Mailand die Rundkirche S. Sebastiano, in Venedig die Kirchen del' arcangelo Raffaele und Madonna del pianto.
Im italienischen Palastbau finden keine so bedeutenden Veränderungen statt; allen-falls sind jetzt die Paläste ohne Pilastrierung der Fronten in der Mehrzahl, und dasMezzanin kommt als eignes Stockwerk zur Geltung. Die Portale werden größer, denTreppen wird eine besondere Aufmerksamkeit zugewendet, die Säle und Zimmer erhaltenflache geschnitzte oder bemalte Balkendecken, unterhalb derselben einen breiten Fries mitFreskobildern, und der untere Rest der Wand ist getäfelt, oder mit Ledertapeten überzogen;