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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Bauwerke der zweiten Barockperiode in Deutschland .

umgebaut. Die Pilaster der inneren Pfeiler sind übereckgestellt, und die Gurte des Haupt-gewölbes bilden Kurven, ähnlich wie bei Guarinischen Bauten. Das Hauptwerk Dientzen-hofers ist die Jesuitenkirche St. Nicolaus auf der Kleinseite zu Prag , wieder mit über-eckgestellten Pilastern und kurvenartigeu Gurten des Hauptgewölbes. Die PalastarchitekturPrags zeigt am Ende des 17. Jahrhunderts starke horizontale Gurtungen und eine derbeFensterarchitektur, wie der Palast Lobkowitz an der Kleinseite. Kilian Jgnaz Dientzen-hofer, ein Sohn des Christoph, führte sich in Prag durch das Zwergenhaus in der Neu-stadt ein. Derselbe hat außerdem noch eine Anzahl Kirchen und Paläste erbaut. DenJohann Leonhard Dientzenhofer finden wir in Banz in Franken als Erbauer der Kirche desBenediktinerstiftes wieder, und zwar zeigt die Kirche ebenfalls die übereckgestellten Pilasterund die in Kurven aufsteigenden Gurtbogen. In Würzburg und Bamberg rühren eineAnzahl Gebäude von demselben Meister her. Ein Johannes Dientzenhofer, ein Bruderdes Vorigen, leitet den Umbau der romanischen Domkirche in Fulda . Der NürnbergerMeister Paul Decker steht in nahen Beziehungen zu Schütter in Berlin ; er ist hauptsächlichdurch seine selbstgestochenen Jdealentwürfe bekannt. Das Schloß zu Rastatt läßt dasZusammenwirken italienischer und deutscher Meister erkennen. Ein Meister Rvhrer wirdals Erbauer der Stadtkirche zu Rastatt und des Schlosses Favorite bei der Stadt genannt.Der Dvm zu Kempten wird einem Johann Serro zugeschrieben, der in der versuchtenVerbindung von Langhaus und Zentralkuppel dem belgischen Einfluß huldigt. Von FranzBeer aus Bregenz stammen die großen Klosteranlagen von Salem. Bayern hat inEfsner einen deutschen Barockarchitekten auszuweisen. Von ihm sind die Pagodenburg unddie Badenbnrg im Nymphenburger Park erbaut; sie zeigen beide den Einfluß französischerKlassik. Von Efsner und Cuvillies ist die innere Ausstattung des Schlosses Schleißheim in einem äußerst zierlichen Barockstile ausgeführt. Das Preysingsche Palais in München mit dreiteiliger Fassade, welche in den oberen Geschossen hermenartige Pilaster zeigt, istein Effnersches Werk.

Der große Architekt Wiens ist Fischer von Erlach, der, wie Schütter, Italien unddie Bauten der französischen Klassik kannte. Seine St. Karl Bvrrvmänskirche in Wien bildet einen im Grundplan ovalen Kuppelraum mit kurzen Kreuzflügeln, einem langenChor, einer quadratischen Vorhalle mit anschließenden Seitenhallen und vier ovalenKapellen in den Diagonalen des Kuppelranmes. Das Äußere ist sehr überlegt auf dieWirkung der Kuppel berechnet; die Türme sind deshalb niedrig gehalten und abgerückt,dafür sind zwei Säulen, in Nachahmung der Trajanssäule , in die Ecken der Front gestellt.Die Hallen vor der Fassade haben Gelegenheit geboten, eine sechssäulige antikisierendeTempelfront mit Giebel vor die Schmalseite der Kuppel zu setzen. Bon den SchlvßbautenFischers ist Schloß Schönbrunn bei Wien bemerkenswert, in Wien der Reichskauzleipalastan der Hofburg und der Palast des Prinzen Eugen in der Himmelfahrtsgasse. Derletztere zeigt zwei rustizierte Untergeschosse mit Rundbogenportalen und Balkönen überdenselben, dann eine Pilasterordnung für die beiden Obergeschosse. In Prag ist derPalast Clam Gallas von Fischer errichtet. Emanuel, der Sohn Fischers von Erlach, setztedie Bauten seines Vaters fort und errichtete eine Anzahl eigner Palastbauten. Hildebrandschuf in dem Lustschloß Belvedere zu Wien , für den Prinzen Engen errichtet, ein hervor-ragendes Werk, voll malerischer Abwechselung in der Höhenentwickelung und mit reichemSchmuck. Martinelli liefert ebenfalls in Wien eine Anzahl Paläste. Im ErzherzogtumÖsterreich muß Prandaner als der hervorragendste Architekt dieser Zeit betrachtetwerden. Er ist der Erbauer des Klosters Melk, eines Klostergebändes mit zwei Flügeln,von denen einer die Bibliothek, der andre den Kaisersaal enthält, und der im Innernprunkvoll ausgestatteten Kirche. In Tirol sind eine ganze Anzahl Barockmeister thätig.

Die Dekoration der deutschen Barockperiode hat keinen Vergleich mit der andrerLänder zu scheuen. Schlüter ist in dieser Art berühmt durch seine Kopfe sterbender Kriegerim Hofe des Zeughauses zu Berlin und durch eine Anzahl Trophäengruppen auf derBalustrade desselben Gebäudes. Im königlichen Schlosse zu Berlin sind Schlüter dieDekorationen einer Anzahl von Räumen zuzuweisen; so des Saales über Portal I undder anstoßenden Räume, dann im Flügel an der Lnstgartenseite die Kapelle und als