Bauwerke der zweiten Barockperiode in Deutschland . 275
gebildeten Kapitellen, verkröpfte und geschwungene Gliederungen im Übermaß verschwendet.Am reichsten sind die Pavillons der Mittelachsen gegliedert, welche mit gebrochenen Dächern,in welche die geschwungenen Giebel der Dachanfbanten einschneiden, bekrönt sind. — Durchde Bodts und Longlunes Einfluß wurde bald darauf ein jäher Stilwechsel in Dresden herbeigeführt; schon der Umbau des von Pöppelmann begonnenen Japanischen Palais zeigteine strenge Lisenenarchitektur und die Anwendung des Stichbogens. Georg Bähr isthauptsächlich durch seine Frauenkirche in Dresden merkwürdig, eine strenge Zentralanlagemit einem kreisförmigen, durch acht Pfeiler gebildeten Mittelraum, an welchen sich einUmgang mit vier Rängen Emporen und die Treppenhäuser anschließen. Nach außenbildet die Kirche ein Quadrat mit abgestumpften, etwas vorgezogenen Ecken und wird voneiner turmartig entwickelten Steinkuppel bekrönt. Der Altarraum tritt als verlängerterHalbkreis hervor. Dresden besitzt eine Reihe von Wohnhäusern aus der Barockzeit, ebenso
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ISS. NanUran des Zwingers ?u Zrcsdrn, erbaut von Poppelmann cleit I 7 ll).Nach „Tie Bauten von Dresden".
Leipzig. Der Italiener Chiaveri erbaute die katholische Hofkirche in Dresden im italienischen-Barockstile. Zwischen dem Hauptschiffe und den Seitenschiffen ist eine Galerie eingeschaltet,Äs Empore für den Hof dienend. Über der westlichen Vorhalle ist ein Turmbau errichtet.7^>e Protestantische, sogenannte Friedenskirche zu Inner in Schlesien ist ein FachwerksbauÄ Form einer drcischiffigen Basilika mit Chor. Durch einen späteren Umbau sind dieEmporen vermehrt, so daß die Kirche jetzt als ein von vier Reihen Logen umgebenerSaal erscheint. Die Gnadenkirchen in Hirschberg und Landshut sind Krenzkirchen und'uit Emporen umgeben. In Breslau sind zunächst wie in Prag Italiener thätig. Dieboin Jesnitenpater Christoph Tausch erbaute Üniversität zeigt eine ziemlich trockene,äUsammengezogene Fensterarchitektnr und nur an den Risaliten eine durch zwei GeschosseSehende Pilasterordnung.
Vom Kloster Waldsassen im Fichtelgebirge ging die Architektenfamilie der Dientzenhofer^us; hier erbaute ein Georg Dientzenhofer die Dreifaltigkeitskapelle in der Form eines Drei-hüses mit Rnndtürmen in den Winkeln. Später treffen wir einen Christoph Dientzenhofer Ä Prag, einen Joh. Leonhard Dientzenhofer in Franken. Von dem Präger Meister ist dieGliche dez Benediktinerstiftes St. Margaret!) in Brecnov bei Prag auf romanischer Grundlage
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