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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Bauwerke in Frankreich .

Jndustriepalast in den Champs Elisces mit einer kühnen Eisenkonstrnktion des rundbogigenGlasdaches. Die Einführung der Eisenkonstruktionen in den Hochbau beginnt im zweitenJahrzehnt unsres Jahrhunderts und erlangt bald eine hochbedeutsame Entwickelung; anfangswendete man das Gußeisen auch für die Trägerformcn an, ging aber bald zu dem vorteil-hafteren Schmiedeeisen über.

Die Wiederaufnahme der italienischen Hochrenaissance erhält eine bedeutendeFörderung durch den Erweiterungsbau des Hotel de Ville in Paris. Godde und Lesueur fügten dem Baue des Boccador an jeder Seite einen langen Flügel und eine entsprechendeHinterfront hinzu, so daß sich zwei neue innere Höfe bildeten, während der alte Hof miteinem Glasdache überdeckt wurde. Das Innere des Hotel de Ville -, das unter der Communezerstört wurde, gehörte zu den vornehmsten Raumschöpfungen der damaligen Zeit. Gauthiererrichtete das wegen seiner neuen hygienischen Einrichtungen berühmte Hospital Lariboisiere.Im Bazar Bonne-Nouvelle entstand eines der ersten modernen Kaufhäuser. Der Privatbauunter Louis Philipp dagegen zeigt eine vernachlässigte Technik und übertriebene Enge derRaumbildungen; aber dennoch bereitet sich auf diesem Gebiete zuerst die Rückkehr zur natio-nalen Renaissance vor. Gau erbaut Wohnhäuser, ein Restaurant und andres in Paris undUmgebung in den Formen der französischen Renaissance, unter Beimischung romantischerMotive, jedoch im Ganzen wirkungsvoll. Die Inangriffnahme der Verbindungsbautenzwischen Louvre und Tuilerien durch Visconti und Lefnel, ebenso die Wiederherstellungs-arbeiten Paccards in Fontainebleau forderten die Kenntnis der französischen Renaissance.Visconti erbaute das Grabmal für Napoleon I. im Dome der Invaliden mit großemPrachtaufwande. Der Hauptvertreter einer griechischen Renaissance ist Duc, der Erbauerder Julisäule und der Erweiterung des Justizpalastes zu Paris . Der letztere Bau entstandin der bewußten Absicht, den Gewölbebau mit griechischen Formen zu verbinden. Vaudoyerführt den Ausbau des „Conservatoire des arts et des metiers" in der alten Benediktiner -abtei St. Martin aus, in entschiedenem Übergänge zu romantischen Formen. Bailly erbautdas schöne Tribunal de Commerce, in Anwendung italienischer und französischer Renaissance-formen und im Innern mit schöner freitragender Treppe. Für die romantische Bewegungwar die Bildung des „Comite des arts et des monuments" wichtig, welches sich mit derWiederherstellung der alten Bauwerke beschäftigen sollte. Noch vorher hatte Gau diegotische Kirche St. Clotilde vollendet. Lassns und Viollet-le-Duc stellten die St. Chapelle in befriedigender Weise wieder her und später die Kathedrale Notre-Dame zu Paris .Die wenigen gotischen Neubauten Viollet-le-Ducs konnten sich nur geringeren Beifallerringen. Naissant und Vaudoyer versuchten sich in Paris und Marseille an Kirchenbautenromanischen Stiles. Abadie beginnt in Paris die Kirche Sacrc-Coeur auf dem Mont-martre zu erbauen.

In der französischen Skulptur überwiegt seit der Mitte der zwanziger Jahre die roman-tische Richtung, welche hauptsächlich durch David d'Angers und seinen Schüler Preault vertretenwird. Rüde erfüllte die antiken Formen mit moderner Empfindung und gab in der großenGruppe „I-s Olmnt äu äsxart" am Arc de l'Etoile sein bestes. Die Nachfolge der Klassikwird immer noch durch Clesinger und andre sortgeseht. In der Malerei vertrat Ingres , ziem-lich einsam, den klassischen Standpunkt; Flandrin, sein Schüler, geht, etwa parallel mit dendeutschen Nazarenern, auf das Studium der Praeraffaeliten zurück und schafft eine neue kirch-liche Malerei. Die romantische Richtung führte Ge'ricault mit seinem „Floß der Medusa " ein.Delacroix ist wild und dramatisch in seinen Kompositionen, ein schlechter Zeichner, aber groß-artiger Kolorist. Sein Bild „Die Barke Dantes" entfesselte einen Sturm des Beifalls.Delaroche ist der Maler der historischen Genrebilder; seine „Kinder Eduards" wurden hoch-gefeiert. Decamps ist der erste große Orient- und Lichtmaler. Corot ist der Poet der Landschafts-malerei, der Schöpfer der Paysage intime. Mit Rosseau kam eine naturalistische Richtung inder Landschaftsmalerei auf, die aber zugleich einen hohen Grad von Stimmung erreichte.Daubigny wurde dann der Begründer der impressionistischen Schule. Horace Vernet , derSoldaten- und Schlachtenmaler, begann als Romantiker, ging indes zum Naturalismus über.Cogniet, Gleyre und Couture suchen die ideale Richtung mit einem genaueren Naturstudiumund glänzendem Kolorit zu verbinden. Meisonnier folgt der Kleinmalerei der Niederländer underlangt in dieser Art großartige Erfolge. Millet eröffnet die sozialistische Seite der Malerei underreicht in seinem „Baumpfropfer" sein vorgestecktes Ziel, indem es ihm gelingt, einen gewöhn-lichen Vorgang mit dem Ideal zu umkleiden. Courbet hat einen das Harte und Häßliche mitAbsicht voranstellenden Naturalismus in die Malerei eingeführt.