294 Baukunst: Wiederaufnahme der italienischen Renaissance.
Eisenteile von guter Wirkung. Labrouste gab in der Bibliothek St. Genevieve zu Paris eine selbständige Schöpfung auf Grund antiker Studien in höchst charaktervoller Aus-bildung, wenn auch auf Kosten der Schönheit. Das Erdgeschoß zeigt Rnndbogenfensterund ist einzig mit einer Gurtung von Guirlanden und Medaillons geschmückt,- die großenRundbogenfenster des Hauptgeschosses sind zur Hälfte durch eingesetzte Steintafeln, welchedie Namen berühmter Männer tragen, geschlossen. Das Vestibüle ist gartenartig dekoriert,und das Hauptgeschoß bildet einen großen Saal mit Büchergestellen an dem unteren Teileder Wände; die Decke ist gewölbt und ruht auf eisernen Säulen. Das Ganze des Raumes,in dem die Eisenkonstrnktion überall sichtbar ist, macht eine einheitliche Wirkung.
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Bei dem Umbau der Nationalbibliothek schuf Labrouste für den großen Saalwieder eine beachtenswerte Eisenkonstruktion, indem vier mittlere freistehende und zwölfauf Postamente vor die Wandpfeiler gestellte Säulen die rundbogigen Eisengurte der mitOberlichtern durchbrochenen Kuppelgewölbe tragen. Boileau erbaut die Kirche St. Eugenemit eisernen Säulen im Innern. Die Halles centrales von Baltard sind durch ihreEisenkonstruktionen das Vorbild für alle späteren Markthallen geworden. Auch im Baueder Kirche St. Augustin wies Baltard dem Eisen eine bedeutende Rolle zu. Das nachhinten schmäler werdende Mittelschiff ist von Kapellen begleitet und verbindet sich miteiner Zentralkirche, welche von einer Kuppel überdeckt ist. Die Eisenkonstruktion desInnern gehört wieder zu den selbständig ausgebildeten, indem sich vor den Mauern ein-fache oder bündelförmige Eisenstützen erheben, welche im Längs- und Querverbände durchrundbogige eiserne Gurten verbunden sind, über die sich flache Kuppeln wölben. Pendentifs,Tambour und Gewölbe der Hauptflügel haben ein Eisengerüst erhalten. Viel erbaute den