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Deutsche Kunst unter der Herrschaft der Nationalitätsidee.
den Tier- und Genremaler mit dem Historienmaler. Plockhorst widmete sich hauptsächlich derreligiösen Malerei und dem Porträt, sein „Kampf des Erzengels Michael mit dem Satan umden Leichnam des Moses" ist eine seiner besten Leistungen. Otto Heyden, Gottlieb Biermann und Graef sind vorzugsweise als vortreffliche Porträtmaler bekannt. Karl Becker wählt seineStoffe häufig aus dem vornehmen Leben Venedigs und erinnert auch koloristisch an PaoloBeronese. Pfannschmidt gehört noch zu den Corneliusschülern und widmet sich ausschließlichder religiösen Malerei. Meherheim schildert mit behaglichem Humor das Leben der nord-deutschen Bauern. Hosemann ist der Maler des Berliner Straßenlebens und der politisierendenArbeiter. Kretschmar wurde der erste Orientmaler Berlins , malte indes später Ereignisse ausder preußischen Geschichte. Blechen begründete in Berlin die landschaftliche Schule; WilhelmSchirmer folgte mit romantischen Landschaften, welche den Zauber des Lichtes wiedergeben,während Karl Eduard Biermann das Naturporträt in poetischer Ausfassung wiedergab. Krausebildet sich zum bedeutenden Marinemaler, und sein Schüler Hoguet beschäftigt sich mit derKüstenlandschaft. Bellermann ist der Maler südamerikanischer Landschaften, während MaxSchmidt, Carl Scherres, Kühling, Pape und Spangenberg die deutsche und teilweise die märkischeNatur schildern. Karl Graeb hat sich als vorzüglicher Architekturmaler bekannt gemacht.
Die neuere Dresdener Malerschule hat Julius Hübner, von Düsseldorf ausgehend, insLeben gerufen. Er ist Historienmaler der poetisch idealen Richtung. Adrian Ludwig Richter ,der volkstümliche Zeichner der Kinderwelt, beschäftigte sich nur wenig mit der Ölmalerei, seinwichtigstes Gebiet sind die Buchillustrationen und cyklischen Darstellungen aus dem Familien-leben. Drieber, der Vertreter der idealen Landschaft, A. von Ramberg, der Maler humoristischerVolksszenen und später vorzüglicher Illustrator der deutschen Dichter, dann Hermann Wislicenus ,Paul Kießling und Große gehören in die Dresdener Schule. Hugo von Blomberg und GrafKalkreuth gehören zu den Begründern der Weimarschen Kunstschule. Martersteig malt in Weimar zahlreiche Bilder aus der Geschichte der Reformation und des Dreißigjährigen Krieges. Fiihrichverpflanzte die religiöse Malerei nach Wien und malte mit Kuppelwieser und Ender die Fresko-bilder der Altlerchenfelder Kirche. Rahl malte zuerst im romantischen Geiste, wurde aber haupt-sächlich durch seine koloristisch vortrefflichen Wandgemälde bekannt. Blaas und Canon sinddie Urheber feingestimmter Frauenporträts. In Stuttgart hat sich keine unterschiedene Schuleentwickelt. Gegenbaner, K. von Müller, längere Zeit in Stuttgart thätig, siedeln nach andernOrten über; nur Neher, der Corneliusschüler, kehrt von München nach Stuttgart zurück.
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Etwa seit der Mitte des 19. Jahrhunderts verblassen die alten Gegensätze von Klassikund Romantik, zugleich schließen sich die deutschen Stämme, protestantische und katholische,wieder enger zusammen und lernen die Schätze achten, die Flachland und Gebirge, nieder-deutsche und oberdeutsche Landschaften bei sich aufgespeichert haben. Hieraus ergibt sich dieAnerkennung für den Wert der volkstümlichen, der provinziellen Besonderheiten, welchenun zu einer Quelle der Verjüngung für die Kunst werden. Über dieser Arbeit, welchedie nach antiker Formenschönheit haschende, für das moderne Empfinden inhaltsleereSchablone beseitigte, mußte in der Architektur der Bruch mit der hellenistischen Renaissanceerfolgen. Die Deutschrenaissance und das nordische Barock, welche Stilformen man jetzterst wieder kennen lernte, mußten ebenso wie die mittelalterlichen Kunstleistungen alsAusdruck einer nationalen Kunst verstärkt zur Geltung kommen.
Der Ausgangspunkt für die Entwickelung der antikisierenden Stilarten diesseit derAlpen war ehemals die römische Renaissance gewesen, und an diese Stilform knüpfteSemper wieder an, in der künstlerischen Überzeugung, daß die auf der römischen Antikeberuhende Renaissance, mit Einschluß der Spätrenaissance bis Borromini , allen früherenEpochen überlegen sei. Sempers erste bedeutende Bauwerke in Dresden in dieser Artsind das Hoftheater, die Villa Rosa und das Oppenheimsche Palais. An diesen Bautentritt zugleich das bewußte Bestreben hervor, in der Behandlung der Renaissance dieEigentümlichkeiten älterer deutscher Bauten zu verwerten; die Art der Rustika am Hof-theater und am Oppenheimsche» Palais ist der an den Portalen des königlichen Schlossesin Dresden verwandt. Der Bau des Hoftheaters fand ungeteilten Beifall wegen seinercharakteristischen Außenform, die den Znschauerraum und das Bühnenhaus, der Grundriß-bildung entsprechend, gesondert hervortreten ließ. Der Stil des in Sandstein ausgeführtenTheaters ist die römische Renaissance, durch reichen Skulptnrenschmuck belebt. Die VillaRosa zeigt im Äußern die italienische Hochrenaissance in malerischer Auffassung und imInnern einen mittleren Saal mit Oberlicht, um den sich Vestibüle und Zimmer gruppieren.Das Palais Oppenheim ist ebenfalls im Stile der italienischen Hochrenaissance errichtet,