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Deutsche Kunst unter der Herrschaft der Nationalitätsidee.
noch immer die Bildersprache der griechischen Mpthe. Zu größerem Schaffen gelangte derselbeerst in München in verschiedenen Cyklen von Illustrationen und Zeichnungen; zur Ölmalereikam er erst später infolge der vom Grafen Schack erteilten Aufträge. Preller folgte in derLandschaftsmalerei der Carstenschen Richtung. Seine berühmtesten Schöpfungen sind die Odyssee-bilder, welche den plastischen Charakter der südlichen Natur zum Ausdruck bringen. Rottmannin München zählt ebenfalls zu den Klassizisten der Landschaft; er gibt wie Preller die Plastikder Erdsormationen wieder, jedoch mit größerer Betonung der koloristischen Stimmung. Seinbestes ist der Cyklus griechischer Landschaften. Lindemann - Fromme! malt italienische Land-schaften im Geiste Claude-Lorrains. Feuerbach ist einer der letzten Kassiker der Historien-malerei; sein „Gastmahl Platos" soll die Verschmelzung des hellenischen Geistes mit modernemEmpfinden darstellen, leidet aber durch graue Färbung.
Die Entwickelung der Münchener Schule führte wieder auf die Romantik zurück. Kobell hält sich an die Niederländer, ebenso der Soldaten- und Pferdemaler Albrecht Adam; Petervon Heß zeigt sich in seinen Schlachten- und Soldatenbildern als rücksichtsloser Naturalist.Cornelius hatte zwar der Münchener Schule eine feste Richtung gegeben, war aber etwas zueinseitig auf die Pflege der Monumentalmalerei bedacht gewesen. Heinrich Heß , der die religiöseMalerei in der Richtung Overbecks nach München verpflanzte, bethätigte diese bei der Aus-malung der Allerheiligenkirche. Schraudolph malte den Freskencyklus im Dom zu Speier wiederin der Art des Fiesole . Außerhalb des Corneliusschen Kreises kam die Romantik stärker inden Schöpfungen Schnorrs und Schwinds zum Durchbruch. Schnorr malte die Nibelungen-sresken in den Königssälen zu München ; Schwind ist der Sagen- und Märchenmaler, er trifftin seinen „Sieben Raben" ganz den volkstümlichen Ton. Riedel mit seinen Beleuchtungseffektenund Winterhalter, wegen seiner vielen fürstlichen Porträts bekannt, gehören in die MünchenerSchule. Kaulbach entwickelte sich in der Schule des Cornelius, löste sich aber bald von dieserlos. Das Karikaturblatt „Narrenhaus" und das Gemälde „Die Hunnenschlacht" machten Kaul-bach bekannt. In der Folge malte derselbe im Neuen Berliner Museum eine Anzahl großerWandfresken, welche kulturgeschichtliche Abschnitte bezeichnen sollten. Franz Adam in München entwickelte sich zum ersten Schlachtenmaler feiner Zeit.
In der Düsseldorfer Schule, nach dem Abgänge von Cornelius und unter WilhelmSchadows Leitung, überwog die Staffeleimalerei in romantischer Richtung; indes lieferten gleichdie ersten Schüler, Bendemann , Hübner, Lessing, Hildebrandt und Sohn, berühmte Werke.Schadow selbst hat eine Anzahl vortrefflicher Kirchenbilder geschaffen. Bendemann wurde durchseine Bilder „Die trauernden Juden im Exil", „Jeremias auf den Trümmern Jerusalems "und ähnliches bekannt. Lessing , der bedeutendste unter den ersten Düsseldorfern, erwirbt sichdurch seine Landschaften mit romantischer Staffage und später noch mehr durch seine Huß- undLutherbilder eine weitreichende Popularität. Hildebrandt wählte seine Stoffe mehr aus derPoesie und Mythe als aus der eigentlichen Geschichte. Sohn ist besonders wegen seiner Frauen-Porträts geschätzt. Ernst Deger, Andreas Müller, Karl Müller und Franz Jttcubach widmetensich ganz der religiösen Malerei und wurden durch die Ausmalung der Apollinariskirche inRemagen länger zusammengehalten. Leutze, der Maler der amerikanischen Freiheitskriege, gehörtin die Düsseldorfer Schule, ebenso Knille, der später in Paris und München studierte. Dieaußerordentlichsten Erfolge erreichte die Düsseldorfer Schule auf dem Gebiete der Genremalerei.Gleich Schrödter, der die Richtung der Historienmalerei Parodierte, war ein vortrefflicherHumorist, seine rheinischen Trinker und komischen Figuren aus Dichtungen fanden den all-gemeinsten Beifall. Hasenclever ist der zweite Humorist der Schule und durch seine Bilder zurJobsiade bekannt, dann durch seine „Weinprobe" und „Das Lesekabinett". Jordan erobert dasLeben der Küstenbewohner für die Genremalerei. Hübner liefert seine sozialen Bilder, welche dasmenschliche Elend im allgemeinen, ohne politischen Beigeschmack zur Anschauung bringen. JakobBecker ist einer der ersten deutschen Bauernmaler, seine reifsten Bilder, wie „Die vom Gewitterüberraschten Landleute", haben durch Stiche eine weite Verbreitung gefunden. Meyers von Bremen eigenstes Gebiet sind die Kinderbilder. Mintrop, der erst spät zur Malerei kam, zeichnet sichdurch schwungvolle Gedanken und anmutigen Ausdruck aus. Vautier gehört zu den Bauern-malern und schildert besonders ausgezeichnet die Seelenstimmungen. Ähnlich schaffen Salentinund Hiddemann. Hünten und Bleibtreu zeichnen sich als Schlachtenmaler aus, mit besondererBetonung des patriotischen Elementes. Die Düsseldorfer Landschaftsmalerei begründete Joh. Wilh.Schirmer, der sofort an die heimische Natur anknüpfte und später vom Raturporträt zur idealenDarstellung nach italienischen Motiven überging.
In der Berliner Schule bleibt die Romantik ein von fremdher angedrungenes Element.Die echte berlinische Tradition setzt Franz Krüger fort, der so vortrefflich realistisch das damaligeBerlin in seinen berühmten und bekannten Persönlichkeiten schildert. Den französischen Einflußbringt Wach in seinen religiösen Bildern zur Geltung. Vegas brachte die romantische Malereinach Berlin; er hatte sich in Rom den Nazarenern angeschlossen, betrieb aber zugleich ein eifrigesNaturstudium. Vegas erfuhr noch in koloristischer Hinsicht den Einfluß der belgischen Bilder.Er hatte zahlreiche Schüler, zu denen Plllddemann, Halbem, Däge und Scharn gehören.Klöber und Magnus bildeten sich in Paris , und der letztere galt als einer der besten Porträt-maler seiner Zeit. Schröder schloß sich an die belgischen Realisten an und schuf eine Anzahlbedeutender Bilder im historischen Genre, sowie vortreffliche Porträts. Steffeck vereinigte in sichDas Buch der Erfind. I. 39