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Baukunst: Gebäude für öffentliche Zwecke.
in der Ziegelstraße in Berlin erbaute chirurgische Klinik. An der Straße liegt dasdreistöckige Verwaltungsgebäude, welches die Dienstwohnungen, das Sprechzimmer desDirektors und in den Obergeschossen eine Anzahl Krankenzimmer enthält. Der östlicheFlügelban dient als chirurgische Poliklinik, der westliche Flügel nimmt die Augen- undOhrenklinik auf. In der Mitte des Grundstückes ist eine Gebäudegruppe errichtet, die ausdrei durch einen Querbau verbundenen Flügeln besteht, und in dieser ist unter andern:auch der große Operationssaal mit seinen Nebenräumen angeordnet.
Der alte Begriff der Sternwarten hat sich in neuester Zeit zur Anlage der astro-physikalischen Observatorien erweitert, welche zur Erforschung der Physikalischen Himmels-erscheinungen dienen. Das astro-physikalische Observatorium auf dem Telegraphenbergebei Potsdam , in den Jahren 1875—79 durch Oberbaudirektor Spieker erbaut, ist miteiner besonderen Anstalt für meteorologisch-magnetischen Dienst und mit einem geodätischenInstitut zu einer Gruppe verbunden. Das Grundstück ist sehr groß, so daß noch mehrereWohnhäuser Raum finden konnten. Auch ein Tiefbrunnen zur Wasserversorgung, zugleichzu Beobachtungszwecken, ist angelegt. Das Hauptgebäude enthält im Mittelturm einengroßen Refraktor, dem sich an der Südseite der Vorbau für den Heliographen anschließt.Beiderseits von: Mittelturm liegen im Hauptgeschoß die Laboratorien. Der das großeInstrument tragende, isolierte Festpfeiler ist als überwölbter Hohlkörper gestaltet undenthält im Hauptgeschoß einen runden Knppelsaal. Die beiden Seitentürme dienen eben-falls zu Beobachtungszwecken. Die Drehkuppeln der drei Beobachtungstürme sind in Eisenhergestellt und auf konischen Rollen beweglich. ,,
Bibliotheken haben die Mittelmeerländer schon in: Altertum besessen und darin oftHunderttausende von Manuskripten angesammelt. Mit der Erfindung der Buchdrucker-kunst kamen für diese Gebäudegattung indes völlig neue Bedingungen auf. Wenngleichanfangs nur wenige umfängliche Büchersammlungen angelegt wurden, so zählten doch im17. Jahrhundert z. B. die Hofbibliothek in Wien 80 000 und die Bibliotheque Mazarinin Paris 40 000 Bände. Einen weiteren bedeutenden Umschwung hat auf dem Gebieteder Bibliotheksbauten das 19. Jahrhundert gebracht; und zwar nimmt der Westen Europas eine bevorzugte Stellung ein. Die Bibliotheque nationale in Paris hat etwa 1 Million,die Bibliothek des British Museum in London 1,: Millionen Bände und die Bibliothek zuWashington 1 Million Bände; dann erst folgen München mit 0,s Millionen und Berlin mit 0,s Millionen Bänden. Von älteren Bibliotheksgebäuden sind noch einige als be-rühmte bauliche Anlagen zu nennen: die Bibliothek S. Marco in Venedig , 1536 vonSansovino erbaut, ist wegen ihrer prachtvollen Fassade bekannt, die Bibliothek im Vatikan zu Rom , 1588 durch Fontana erbaut, wegen des schönen zweischiffigen, gewölbten Haupt-saales, die Bibliothek in der Hofburg zu Wien, 1722 von Fischer von Erlach erbaut,wegen des mächtigen Kuppelgewölbes ihres mittleren Teiles, welches durch Fresken vonDaniel Gran geschmückt ist. Die von 1706—23 in Wolfenbüttel von Korb erbauteBibliothek ist merkwürdig, weil in ihr zuerst der Gedanke eines Zentralbaues mit obererBeleuchtung verwirklicht wird. Auch die 1740 von Gibs errichtete Radcliffe library inOxford bildet einen Zentralbau mit hochliegender Seitenbeleuchtung. In allen älterenBibliotheken wurden die Büchergerüste an den Wänden aufgestellt in verschiedenen, durchGalerien zugänglichen Geschossen, welche anfangs mittels Leitern, später durch Treppenerreichbar waren.
Das neuere sogenannte Magazinsystem bildet wirkliche Büchergeschosse, deren Höheso bemessen ist, daß keine Leitern notwendig sind. In diesen Geschossen werden dieBüchergerüste aufgestellt und nur soweit auseinander gerückt, als durch die Verkehrs-rücksichten bedingt ist. Die neue Bibliothek des British Museum in London , im Anfangeder fünfziger Jahre erbaut, und die bald darauf errichtete Bibliotheque nationale zu Paris sind in der Anwendung dieses Systems vorangegangen, und die meisten neueren großenBibliotheken sind diesem Beispiele gefolgt. Die Bibliothek des British Museum erhielt1856 durch einen von den Smirkes ausgeführten Erweiterungsbau die Einrichtung nachdem Magazinsystem und seinen als Kuppelsaal gestalteten Leseraum. Derselbe ist imGrundriß kreisförmig, die Lesetische laufen radial, und rings an den Wänden sind in