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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Baukunst der neuesten Zeit: Gebäudearten.

erreichbarer Höhe die Nachschlagewerke aufgestellt. Die Erhellung des Saales erfolgtdurch 20 Fenster im Tambour der Kuppel und durch ein zentrales Deckenlicht. DerLesesaal der Bibliotheque nationale zu Paris ist bereits in dem vorhergehenden kunst-geschichtlichen Abschnitt geschildert. — Im Gegensatz zu allen diesen Büchersammlungen,die nur wissenschaftlichen Zwecken dienen, sind die Bolksbibliotheken als eine Neuerunganzusehen, die zweifellos in der nächsten Zukunft noch wesentlich an Bedeutung gewinnenwird. Schon jetzt sind in England und Amerika mehrfach eigne Gebäude für diesen Zweckzur Ausführung gekommen. Die Volksbibliothek zu Säle bei Manchester ist 1890 vonM'Beath erbaut und vereinigt Büchermagazin, Lesesaal und Raum für den Aufsichts-beamten im Erdgeschoß, während das Obergeschoß unter anderm einen Lesesaal fürFrauen enthält. Eine kleinere amerikanische Volksbibliothek ist die zu Maldon im StaateMassachusetts von Richardson errichtete.

Die Museen teilen sich ihrem Inhalte nach in verschiedene Klassen, unter denendie für Kunst, Kunstgewerbe und Völkerkunde die wichtigsten sind. Das klassischeAltertum besaß noch keine eigens für das reihenweise Aufstellen von Kunstwerkenerrichteten Gebäude. Eine der ersten ursprünglich für Museumszwecke errichteten Anlagenist der Statuenhof im Belvedere des Vatikan zu Rom, von Bramante erbaut, späterwesentlich verändert. Die Sammlungen der Mediceer in Florenz fanden im oberstenGeschoß der Uffizien Platz, welche von Basari erbaut und um 1586 durch Buontalentifür diesen Zweck eingerichtet wurden. Um 1790 ist das Museo nazionale in Neapel erbaut und gehört, mindestens seinem Inhalte nach, zu den ersten Museen der Welt.Wir können an dieser Stelle die historische Entwickelung der Museen außerhalb Italiens nicht weiter verfolgen; zu erwähnen sind das Belvedere in Wien , 1693—1724 vonHildebrand als Palast des Prinzen Eugen erbaut, das Lonvre in Paris, unter den fran-zösischen Königen von Franz I. bis Ludwig XIV. entstanden und noch unter den Napo-leoniden vergrößert, das British Museum in London , um 1759 im Montague Houseeröffnet und 1823—52 von Smirke neu erbaut.

Als Beispiel eines eingeschossigen Kunstmuseums kann die Glyptothek in München dienen, welche Ludwig I. von Bayern durch L. von Klenze erbauen ließ. Der Grundrißzeigt dreizehn Säle, welche einen Hofraum umschließen und von diesem aus erhellt werden.Sämtliche Räume sind überwölbt, und allein die Rücksicht auf die Aufstellung der Bild-werke und die günstige Beleuchtung derselben ist für die architektonische Gestaltung desInnern maßgebend gewesen. Die mit Freskogemälden geschmückten Repräsentationsräumeliegen im nördlichen Flügel und verbinden die beiden gleichmäßig angeordneten Hälftender Sammlung. Die Architektur des Äußern und Innern zeigt den römischen Neu-klassizismus. — Das von Schinkel 1825—28 erbaute Alte Museum in Berlin gehörtzu den zweigeschossigen Anlagen. Unter der offenen Säulenhalle steigen die freiliegendenHaupttreppen auf. Den Mittelpunkt des Gebäudes bildet ein durch beide Geschossereichender, im Untergeschosse mit einer Säulenhalle umgebener, durch Deckenlicht erhellterKnppelsaal. Die Räume des Erdgeschosses sind für Skulpturen, das später umgebauteObergeschoß für Gemälde bestimmt. Die südliche Hanptschauseite wird von einer groß-artig wirkenden Säulenhalle eingenommen, zu der eine breite, figurengeschmückte Frei-treppe hinaufführt. Ein Verbindungsgang führt von dem Schinkelschen Bau in das vonStiller 1843—55 erbaute Neue M^Ml^ in dem das durch beide Geschosse reichendeTreppenhaus den Mittelpunkt bildet. Dasselbe ist mit den bekannten KaulbachschenFreskogemäldcn geschmückt. Das dritte zur Berliner Museümsgruppe gehörige Bauwerkist die von Stiller und Strack in Form eines auf einem Unterbau stehenden achtsäuligenPseudodipteros mit apsidenartigem Abschluß erbaute Nationalgalerie. — Der Museumsbauin Dresden , eins der hervorragendsten Architekturwerke der Neuzeit, ist bereits vorherbei den von Semper herrührenden Bauten geschildert. — Die großartige Anlage desknnsthistorischen Hofmnseums in Wien wurde nach den Plänen Sempers und Hasenanersin den Jahren 1872—81 von letzterem ausgeführt und wenigstens äußerlich vollendet;die Eröffnung des Museums konnte erst 1891 erfolgen. Das aus Sockelgeschoß, Erd-geschoß und zwei Obergeschossen bestehende Gebäude schließt zwei Höfe ein. Die Haupt-