Band 
Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Z80 Die Technik des Bauwesens.

Noch bis zum Ende desselben aber beschränkte sich der Gebrauch des Eisens zu Bau-zwecken auf Nägel, Bolzen und Anker, und nur ganz ausnahmsweise wurden eiserneStützen zur Aufnahme senkrechter Belastung nutzbar gemacht. Dies änderte sich plötzlich,seit im zweiten Jahrzehnt unsres Jahrhunderts zunächst in Frankreich einige hervor-ragende Baumeister größere Eisenkonstrnktionen für den Hochbau in Anwendung zubringen begannen, wie sich das Seite 294 ff. unsres kunstgeschichtlichen Abschnittes aus-führlicher dargestellt findet. Die Versuche blieben aber anfänglich sehr vereinzelt. Erstals man dank den Fortschritten der Chemie endlich lernte, die Ursachen der Vorzüge undNachteile der verschiedenen Eisenarten wissenschaftlich zu bestimmen, gewann das neueMaterial allmählich mehr und mehr Freunde. Man erkannte dann, daß Eisen schmiedbar

wird, sobald es weniger als2,s o/o Kohlenstoffgehalt besitzt,und trachtete nun danach, diefremden Beimengungen des Me-talles schon bei der Verhüttungnach bestimmten Prinzipien zuregeln. In diesem Bestrebenerfanden Thomas und Gilchrist1878 ein neues Ofenfutter ausDolomitsteinen, deren chemischeEigentümlichkeit es dann er-möglichte, das Eisen völlig zuentphosphorn und hiermit dassogenannte Nußeisen darzu-stellen, das keine Schlacken mehrabsetzt und gegenwärtig fast aus-schließlich zur Gewinnung desTrägermaterials benutzt wird.

Für die Baukonstruktionenhandelt es sich bei der Ver-wendung des Eisens vor allementweder um Wagerechte Über-deckung von Öffnungen undRäumen, oder um Aufnahmesenkrecht wirkender Lasten mit-tels Freistützen. Für erstere kannGußeisen im allgemeinen nichtin Betracht kommen, da es vor-wiegend nur auf Druck bean-sprucht werden darf. Dagegenzeigte sich bald, welche großenVorteile das Walzeisen für diesen Zweck bietet. Anfänglich waren es im Wohnhansbaualte Eisenbahnschienen, deren man sich noch bis in die siebziger Jahre hinein zur Über-deckung von Öffnungen bediente, wenn die Örtlichkeit einen Bogen weniger zweckmäßigerscheinen ließ. Diese konnten naturgemäß aber nur begrenzten Forderungen genügen,und bald folgte der Nachfrage deshalb die Herstellung gewalzter Träger von verschiedenerSteghöhe und mit oberen und unteren Flanschen, wie solche schon im vorhergehendenmehrfach Erwähnung gefunden haben. Für diese Träger wurden in der Folge dierationellsten Querschnittsformen ersonnen und durch das gemeinsame Vorgehen aller be-teiligten Fachleute die sogenannten Nvrmalprofile festgestellt, die gegenwärtig in fastallen bedeutenderen Hütten der Fabrikation zu Grunde liegen und sich ganz speziell fürdie Verwendung des Eisens im Hochbau als ungemein dienlich erwiesen haben. DieHöhen dieser Träger steigen in 29 verschiedenen Stärken von 8 ein bis auf 50 oin, wobeidas Gewicht pro Meter Länge allmählich von 6 auf 180,s anwächst. Einige

NU51I2 IN 63.113 5L6.

Invätonvslts äsr Luppsl 16,34 m.Ksvioäi äss Trägers pro m os. 2325 Icg.

287 . Profiizrichnungen verschiedener eiserner Träger.