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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Die Technik -es Bauwesens.

IN vorangehenden Abschnitt unsres Buches ist hauptsächlich gezeigt, wie sich,vom künstlerischen Standpunkt aus betrachtet, die Bauformen entwickelthaben. Für den folgenden erübrigt es, vom technischen Standpunkt aus, dieEntwickelung der Baukonstruktionen zu schildern.

In diesem Ausdruck ist im weiteren Sinne jede Art der Verbindunggleichartiger oder verschiedener Baumaterialien zu einzelnen Teilen eines Bauwerks oderendlich zu einem ganzen Gebäude inbegriffen. Das Zusammenbinden zweier Holzstäbeeines Zeltes mittels biegsamer Zweige oder mittels Bast ist deshalb für die Anfänge derBaukunst nicht minder eine wichtige Konstruktion, wie das später zu gleichem Zwecke vor-genommene Jneinanderblatten der Stäbe oder ihre Verbindung mittels hölzerner odermetallener Bolzen. Gewiß hat z. B. auch der Abschluß der Zeltwände durch Schilf- oderGewebematten ebenso viele Stadien zunehmender Vervollkommnung durchmachen müssen,wie heute unsre Wand- und Deckenkonstrnktionen aus Holz, Stein, Eisen und künstlichenBaumaterialien.

Ursprünglich wurden der Natur selbst nicht nur die Vorbilder für die Art des Bauens,sondern auch die dazu nötigen Materialien unmittelbar entnommen, und erst beisteigender Bildung vermehrten sich die Arten der Baustoffe. Es haben infolgedessen dieVölker in einigen Gegenden anfänglich nur Holz, diejenigen andrer Landschaften nach denVorbildern von Höhlen und Klüften vorwiegend nur Steine verbaut. Viel später folgtendie Zusammenfügungen von Erde, Stein, Holz, Metall, Bindwerk und Webstvffen, und noch-mals wesentlich später erst gewann man die Fähigkeit, dauerhaftere Verbindungsmaterialienfür die einzelnen Baustoffe zu finden und haltbaren Mörtel, Nägel, Lotfluß u. dergl. m.zu bereiten.

Die Art der frühesten Fortschritte im Bauwesen ist bei den verschiedenen Völkern einesehr verschiedene gewesen und läßt sich in den meisten Fällen nur sporadisch verfolgen. Sohaben sich beispielsweise, wie im ersten Abschnitt gezeigt ist, in China, Indien , Persieu u.a.O.Wohl zahlreiche und ansehnliche Bauten früher Kulturepochen erhalten, aber es fehlenDenkmäler aus den Übergangsstadien, die sichere Schlüsse auf die allmählich erfolgteEntwickelung zuließen. Dies ist einzig in Ägypten , dem Wunderlands ältester Kultur-Perioden, möglich geworden. Hier lassen sich noch jetzt als erste Stufe der Baukunst roheunregelmäßige Hansen aufeinander geworfener Steine, sogenannte Malhügel, nachweisen,wie sich solche auch anderseits von den Kelten und den Ureinwohnern Nordamerikas er-halten haben. Wälle aus unbehauenen Steinen, die größere oder kleinere Plätze in Kreis-oder Viereckform umschließen, bilden die nächstältesten Bauwerke. Bald lernte man diePassendsten Stücke heraussuchen, so daß mittels gehöriger Schichtung ein Steinverbandherbeigeführt wurde, und als dann die vorhandenen Geräte und Werkzeuge dies zuließen,

DaS Buch der Erfind. I. 46