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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Das Eisen als Baumaterial.

Hierfür sind Versuche mit verschiedenen Materialien, z. B. massiver Ummauerung, Asbest-bekleidung, Drahtgewebeputz u. s. w., gemacht. Eine neuere Weise, die sich auch inökonomischer Beziehung sehr gut bewährt hat und beim Wiederaufbau des oben bezeichnetenÖlspeichers angewendet ist, zeigt Abb. 288. Hiernach sind die Säulen zunächst mit Kork-steinen ummauert, dann mit Drahtgewebe umgeben, mit Zement verputzt und im unterenTeile gegen Beschädigungen beim Warentransport mittels Eisenblechbekleidung geschützt.In ähnlicher Art müssen selbstverständlich auch die horizontalen Deckenträger ummanteltsein, wenn der Erfolg nicht von neuem in Frage gestellt werden soll. — Für denEisenfachwerkbau läßt sich eine Schntzbekleidung in sehr vollkommener Weise dadurch be-werkstelligen, daß man, wie die Abb. 291 u. 292 zeigen, statt die Fächer des Tragegerüstesauszumauern, außen und innen eine leichte Wand aufführt und erstere als Luftschichtganz freiläßt. Hierdurch ergeben sich die weiteren Vorteile, daß das Bauwerk von außenals mit völlig massiven Mauern umgeben erscheint, dennoch sehr billig wird, weil dieWände nur einen halben Stein stark zu sein brauchen, innen aber doch leicht warm zuhalten ist, da es eine ohne Unterbrechung durchgeführte breite Luftschicht enthält.

Für schwer belastete Lagerhäuserwürde sich diese Bauweise aber wiedernicht eignen. Für diese ist es zur besserenSicherung gegen Feuer am empfehlens-wertesten, kleinere, nur durch unverbrenn-liche und selbstschließende Thüren ver-bundene Kompartimente zu schaffen undaußen in jedem Geschoß Galerien mitNottreppen vorzusehen. Sollen aber un-geteilte große Arbeitssäle gebildet werden,so empfiehlt es sich, dieselben mit derselbstthätigen Löscheinrichtung des so-genannten Systems Grinnell von Wal-ther L Co. in Kalk bei Köln auszustatten.

Für diese werden Wasserröhren teils senk-recht und 60—150 min weit, teils wage-recht als Abzweigungen unter den Deckender einzelnen Geschosse und 20—50 mmweit so verlegt, daß sich über jedemRaum in Abständen von je 3 m Leitungs-rohre befinden. Jedes Rohr erhält dannwiederum in Abständen von 3 m ein Ventil mit einer Brause, die mit einem leicht schmelz-baren Metalle so verschlossen ist, daß sie den Wasserstrahl schon bei einer Temperatur von73 "0. selbstthätig entströmen läßt. Da außerdem leicht ein Alarmapparat mit dieser Ein-richtung verbunden werden kann, der auch ein Schadhaftwerden der Leitung sofort anzeigenmuß, so ist mit derselben ein Schutz gewonnen, der nach menschlichem Ermessen jedenBrand schon so frühzeitig im Entstehen erstickt, daß ein größerer Schaden kaum ent-stehen kann.

Nicht nur für die konstruktiv tragenden Teile von Bauwerken aber ist das Eisennutzbar gemacht worden, sondern ebensowohl dient es als Füllmaterial in Form vonBlechplatten, die in geeigneter Weise mit den tragenden Teilen vernietet werden. Speziellhat sich in dieser Beziehung das Wellblech als außerordentlich anwendungsfähig erwiesen.Abb. 295 zeigt verschiedene Arten dieser entweder mit flachen Wellen zur Wandausfüllung,oder mit tiefen Wellen für Aufnahme von Lasten, mit Maschinen durchaus gleichmäßiggebogenen Blechplatten, deren Anwendungsgebiet ein sehr vielseitiges ist. Zunächst dientdas Wellblech einesteils für Wände und andernteils auch für Dächer und Decken; ja indem sogenannten bombierten, d. h. auch nach der den Wellen entgegengesetzten Richtunggebogenen Wellblech bietet sich sogar wieder ein Mittel zur gänzlich freitragenden Über-spannung weiträumiger Hallen. Für den Versand nach überseeischen unkultivierten Orten

297 u. 298. Gesimskonstruktionen aus Eisen.