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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Die Technik des Bauwesens.

werden kleine und große Wohnhäuser sowie Kirchen völlig aus. Eisen hergestellt und mitWellblech umkleidet. An ihrem Bestimmungsorte können sie von ungeübten Arbeitskräftenleicht zusammengebaut werden. Abb. 296 zeigt ein solches für Afrika bestimmtes Haus.Dasselbe ist allseitig von breiten Schattengängen umgeben, eignet sich aber außerdem inseiner Art speziell dadurch für die tropischen Zonen, daß es vermöge seines stark wärme-leitenden Baumaterials nach Untergang der Sonne schnell wieder abkühlt und infolgedessennachts stets angenehm temperierte Räume bietet. Anderseits aber gewähren diese Häuser injenen Gegenden den Vorteil, daß sie weder durch rohe Gewalt, noch durch Tiere leicht zerstörtwerden können, auch dem Ungeziefer an keiner Stelle ohne weiteres den Eintritt ermöglichen.

Endlich hat sich das Eisen auch in direkter Verbindung mit Mörtel und Stein-werk als ein vortreffliches Ergänzungsmaterial erwiesen. Speziell haben in dieser Be-ziehung die Versuche des französischen Gärtners Monier zu Ergebnissen von weittragenderBedeutung geführt. Derselbe umgab ein Gewebe oder Netzwerk aus Eisendrähten mitZementmörtel und fand, daß sich auf diese Weise eine sehr dünne und doch äußerst haltbareWand herstellen ließ. Erst viel später aber, zu Beginn der achtziger Jahre, erkannte derdeutsche Ingenieur Koenen, daß es sich bei dieser Kombination von Eisen und Zement-mörtel um eine der feineren Durchbildung fähige Bauweise handele, durch die eine Teilungder Materialleistungen ermöglicht werde, indem man dem Eisen die Aufgabe zuweisenkönne, die in der Konstruktion wirksamen Zugspannungen aufzunehmen, während der

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erhärtete Zement den Druckspannungen entgegenwirke. Hierdurch eröffnete sich dieserneuen Konstruktion plötzlich ein großes Anwendungsgebiet sowohl für Dächer und Decken-wölbungen aller Art, wie auch für Wände und weitgespannte Brücken und sonstige Bau-werke der Jngenieurknnst. Wie vortrefflich aber die durch diese Bauweise begünstigteLeichtigkeit der Konstruktion auch für kleinere Einzelanordnungen von dem Techniker benutztwerden kann, möge noch in unsern Abb. 297—298 gezeigt werden, die ein weit ausladendesGesimse nebst hoher Attika an einer Frontwand darstellen, deren geringe Stärke solchen Auf-bau in keiner andern Ausführungsweise möglich gemacht haben würde. — Eine Abart derMonierkonstruktion bilden die Rabitzwände und -Decken, die darin bestehen, daß übergegebene Tragepfosten oder Balken ein Drahtgeflecht gespannt und mit einem unter Zusatzvon Kuhhaaren auf besondere Art präparierten Mörtel verputzt wird, der nach demErhärten gegen feuchte Niederschlüge, Frost und Hitze gleich widerstandsfähig ist. Ausdiesem Grunde eignen sich solche Wände auch recht gut zu der, wie oben erwähnt, oft not-wendigen Ummantelung freistehender eisernen Stützen.

Die Arbcilsgorüste.

Es kann wohl kaum eine Bauarbeit namhaft gemacht werden, für die es nichtirgendwelcher Gerüste, Leiteraufgänge oder sonstiger Hilfsvorkehrungen bedürfte. DieKonstruktion und Einrichtung der Gerüste ist sehr verschieden und wird dem jedesmaligenGebrauchszwecke angepaßt, wobei es wesentlich darauf ankommt, wie groß die Lasten sind,die bis zur definitiven Verarbeitung der Materialien auf dem Gerüste ruhen sollen.

Für das gewöhnliche Baugerüst stellt man eine Reihe senkrechter Hölzer, sogenannteAufrichter oder Gerüstbäume, in Abständen von etwa 1,7 in und verbindet dieselben