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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Die Dächer und ihre Emdeckung.

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Ais Aächer und ihre ßindeckung.

SOS. Amerikanischer Hebebanm.

Die Dächer bilden den oberen Abschluß der Gebäude. Ihr Zweck ist vor allemder, das Regenwasser aufzufangen und in praktischer Art so abzuleiten, daß keine Nässein das Haus dringt. Dies läßt sich, je nach dem zur Verwendung kommenden Deckmateriale,sowohl durch ganz steile wie durch flacher geneigte Dächer erreichen. Für die Wahl istes, abgesehen von den Kosten, einesteils ent-scheidend, ob das Dach aus ästhetischen Gründenvon weither zu dominierender Wirkung ge-bracht werden oder nicht von unten sichtbarsein soll, und andernteils, ob über den Wohn-geschossen ohne Höherführung der Mauern eingeräumiger Boden gewünscht wird oder nicht.

Hiernach müssen die Dachausmittelung mitden Dachformen, die Tragegerüste der Dächerund die Deckmaterialien jedes für sich be-trachtet werden.

Die Dachausmittelung gibt an, in welcherWeise die verschiedenen Dachflächen zusammen-schneiden. Da nun sowohl diese selbst, wie auchviele ihrer Schnittlinien schräge liegen undmithin sowohl iin Grundriß wie im Aufrißverkürzt erscheinen, so erfordert die richtigeZerlegung eines Daches schon in der Zeich-nung, noch viel mehr aber im großen auf dem

Werkplatze Aufmerksamkeit und Übung. Die hierfür nötigen Hantierungen bildeten gewisser-maßen ein Berufsgeheimnis der Zimmerleute, bis sie durch das auf wissenschaftlicher Grund-lage durchgebildete Projektionszeichnen zum leichtfaßlichen Allgemeingut aller wurden.

Das einfachste Dach ist das Satteldach über rechteckigem Grundriß; an jeder Seiteentsteht ein Giebel, und bei gleicher Neigung und gleicher Höhenlage der Traufe muß dieobere Schnittlinie der beiden Dachflächen, der First, stets über der Mitte der Grundflächeliegen. Ist gewünscht, daß die Traufe auchan den Seiten herumgeführt werde, so ent-steht das abgewalmte Dach, bei demman die schräg von der Traufe nach demFirst steigenden Schnittlinien Grate nennt.

Ist ein Flügelanbau vorhanden, der mitunter dasselbe Dach gebracht werden soll,so entstehen ferner noch Schnittlinien, dieman Kehlen nennt, und endlich heißendie kurzen Grate, die sich bei verschiedenerBreite solcher Bauteile zwischen den nied-rigen und höheren Firsten bilden, Ver-fallungen. Die Abb. 309 u. 310 dürftendie prinzipiellen Eigentümlichkeiten dieser verschiedenen Schnittlinien von Dachflächen ohneweitere Erklärung deutlich erkennen lassen. Nähert sich der Grundriß dem Quadrate, soentsteht, wenn die Grate ohne Firstlinie in einem Punkte zusammentreffen, ein Zeltdach.Erhält ein solches eine so steile Neigung, daß seine Höhe zu einem Vielfachen der Grund-fläche wird, so nennt man es Turmdach. Steht es über einer kreisrunden Grundfläche,so wird es zum Kegeldache. — Ganz flache Dächer heißen Plateaudächer. Wechseltdie Neigung zwischen First und Traufe, so erhält man das gebrochene oderMansarden-dach. Hat endlich ein Dach überhaupt nur an einer Seite eine Traufe, so heißt esPultdach. Unsre Abbildung läßt auch diese verschiedenen Formen von Dächern in einem

307. Mngegeriist.