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Die Technik des Bauwesens.
unter die Rinne hindurch reichen und setzt die Rinnenverblendung aus besonderem Blechdarauf. Abfallrohre aus dem gleichen Metall wie die Rinne leiten dann das Sammel-wasser ab und werden dem Siel angeschlossen, oder in ihrem Abfluß auf sonstigeArt so eingerichtet, daß das Wasser nicht nahe dem Hause einsickern kann, wobei dieMauern durch Feuchtigkeit leiden würden.
Z>ie Decken und Hewölke.
Fast noch vielseitiger als das der Dächer ist das Gebiet, in das wir bei Betrachtungder Konstruktion der Decken eintreten. Dieselben bilden den oberen horizontalen Abschlußder einzelnen Wohngeschosse, und ursprünglich haben diesem Zwecke wirklich gewebte Deckengedient, die zur Abhaltung der Sonnenstrahlen ausgespannt wurden. Schon früh aber dürftenfestere Konstruktionen ersonnen sein, um nachhaltigeren Schutz gegen die Elemente zu ge-winnen. Balken wurden von Wand zu Wand und von Säule zu Säule gestreckt und ihreZwischenräume gleichfalls durch festes Material ausgefüllt. Wählte man hierzu fürmonumental angelegte Bauten Marmor oder sonst erreichbare Werksteine, so ist doch fürdie bürgerliche Bauweise von Wohnhäusern während langer Zeit das Holz das am nächstenliegende und geeignetste Material für Deckenkonstruktionen geblieben.
Die Stärke der Balken, die die Decke aufnehmen sollen, richtet sich nach der Größeder Räume und nach der zu erwartenden Belastung, findet aber im allgemeinen für Holz-balken, wie solche heutzutage leicht zu beschaffen sind, ihre Grenze schon bei einer Spann-weite von 5—5,s in. Hölzer, die für noch größere Räume genügen, können nur mitnnverhältnismäßigen Kosten erlangt werden. Nimmt man die gewöhnliche Belastungdurch Hausgerät und Menschen an, so bietet sich ein guter Anhalt für die Bestimmungder Balkenstärken, wenn man die halbe größte Zimmertiefe in Dezimetern als Balkenhöhein Zentimetern festsetzt und der Balkenbreite zur Höhe sodann ein Verhältnis von 5:7gibt. Bis zu 6 in Spannweite läßt sich durch Einfügung der sogenannten Kreuzstaknng,d. h. schräg gegen die Balken gespreizten Latten, ein Mittel gewinnen, die Decke nochgegen fühlbare Schwankungen zu sichern. Erweisen sich die Dimensionen größer, so müssenaber einige besonders starke Balken beschafft werden, die man als Unter- oder Überzügebenutzt, so daß die übrigen Balken darauf ruhen oder daran hängen. Handelt es sich umdie Bedeckung von 7—8 in weiten Räumen, so ist es schon notwendig, oberhalb ein Hänge-werk einzufügen, wie wir dies bei den Dachwerken in Abb. 319 bereits erläutert haben,oder man muß sogenannte armierte Träger konstruieren, die, wie die Abb. 334—338zeigen, entweder als verzahnte, als linsenförmige oder als Fachwerkbalken ausgeführt werdenkönnen. Diese Konstruktionen sind von der älteren Zimmerkunst zu bedeutsamer Ent-wickelung gebracht, und ohne sie wäre ehedem die Ausführung großer Hallen und Sälegar nicht möglich gewesen. Es bedarf aber gewiß auch keiner weiteren Darlegung, um zuerkennen, daß solche Holzträger nur aus schwer zu beschaffenden Hölzern und mit großerMühe sowie erheblichem Zeitaufwands herzustellen sind, verhältnismäßig viel Material undRaum erfordern und an dem Übelstande leiden, daß das Holz allmählich schwindet, wobeisich selbst die besten Verbindungen lösen und daher stets in Beobachtung gehalten werdenmüssen.
Alle diese Umstände haben dazu geführt, die hölzernen Tragekonstruktionen beigrößeren Spannweiten ganz aufzugeben und zur Unterstützung der Holzbalken, wenn siemehr als 5 in freiliegen, eiserne Träger anzuordnen, deren Stärken je nach Inanspruch-nahme und Last genau ermittelt werden müssen. Die Holzbalken können dann entwederauf diesen Trägern liegen oder in deren Flanschen ruhen. Auf die dekorative Ausbildungder eisernen Träger werden wir beim inneren Ausbau zurückkommen.
An das solcher Art zunächst hergestellte Konstruktionsgerüst der Decke wird dieVerbreiterung für den eigentlichen Raumabschluß angefügt. Die einfachste Art, dieszu bewerkstelligen, ergibt sich, indem man auf die Oberseite der Balken Bretter legt, diezugleich den Fußboden bilden. Solche Decke ist aber weder staub- noch wasserdicht, undbei Wohnhäusern ist es daher nötig, unterhalb des Fußbodens noch eine Zwischendecke