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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Die Technik des Bauwesens.

gewölbe und ihre elegant gebildeten Widerlagspfeiler und Strebebogen bilden ein be-wundernswert fein ersonnenes Bansystem, dessen Prinzip sich in Abb. 130 unsres erstenAbschnittes in besonders klarer Weise illustriert findet.

In den Abb. 351—357 sind die hauptsächlichsten Arten der verschiedenen Gewölbeveranschaulicht und mit ihren üblichen Namen bezeichnet, so daß es Wohl keiner noch-maligen Schilderung der formalen Eigentümlichkeiten bedarf. Die Benennungen füreinzelne Teile entsprechen im ganzen den schon für die Bogenkonstruktionen angedeuteten:so heißt auch hier der Kämpfer die Stelle, wo die senkrechte Wand und das Gewölbezusammentreffen; der Scheitel der höchste Punkt des Gewölbes, an dem der Schlußstein eingefügt wird, der nicht selten die sehr beträchtliche Größe von 2—3 obin hat, wie diesan dem Gewölbe des Kölner Domes, Abb. 324, ersichtlich gemacht ist. Die Leibung undder Rücken des Gewölbes heißen die innere, bezw. äußere Wölbfläche. Das Widerlager nennt man den Mauerkörper, der den seitlichen Schub aufnimmt, den ein Gewölbe imGegensatz zu horizontalen Decken, die nur senkrechten Druck ergeben, ausübt. Bei Kreuz-gewölben entstehen durch das Znsammenschneidcn der verschiedenen Bogenflächen Grate,

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SS7. Kuppclgrwöwr.

die oft eine besondere Gliederung erhalten und dann Rippen heißen, wonach man dieverbleibenden Gewölbeflächen Kappen nennt. Bei Tonnen-, Kloster- oder Kuppelgewölben,die keine Rippen haben, löst man die Flächen, wie unsre Abbildung zeigt, statt dessen inRahmen und Füllungen auf, wodurch sogenannte Kassetten entstehen. Soll ein Kuppel-gewölbe über einem viereckigen Raum ausgeführt werden, so sind vorher Zwickelflächenzu bilden, mittels welcher die Grundform in einen Kreis übergeführt wird. Solche sichallmählich heraustragenden Gewölbeteile sind z. B. in unsrer Ansicht der Sophienkirche vonKonstantinopel , Abb. 107, deutlich erkennbar und heißen Pendentifs. Die zwischenden Gewölberippen oder Kaffettenstegen verbleibenden Flächen dienen nur noch zur Aus-füllung und werden gern aus leichteren Steinarten, mitunter sogar aus hohlen Töpfenhergestellt. Die Kunstgeschichte erweist an zahlreichen Beispielen, daß sich Gewölbe eben-sowohl an rechteckige, wie auch an runde, vielseitige und unregelmäßige Grundrißformenanschließen lassen, und es steigern sich daher ihre Ausbildungsarten vom künstlerischenStandpunkte aus zu sehr großer Mannigfaltigkeit, und immer spricht sich in ihnen dasvornehmste Moment eines wahrhaft monumentalen Bauwerkes aus.

Bei kleineren Verhältnissen innerhalb bürgerlicher Wohnhäuser ist gewöhnlich diezur Ausführung stattlicher Gewölbe erforderliche Höhe nicht vorhanden. Man hilft sichin diesem Falle durch flachbogige Kappengewölbe, deren starke Schadwirkung mittelseiserner Anker abgefangen wird. Beträgt die Breite des zu überspannenden Raumes