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Die Technik des Bauwesens.
werden soll, muß dem Lehm Teergalle, Ochsenblut oder Hammerschlag zugesetzt sein.Einen sauberen Boden ergibt der Gipsestrich, der auf einer dünnen Sandlage aus eineretwa 5 ein starken Gipsschicht gebildet wird. Noch weitergehende Ansprüche an Festigkeiterfüllt ein Belag aus Guß- oder Stampfasphalt, der aber stets der festen Unterbettungmittels einer 10—15 om starken Betonschicht bedarf. Auf der gleichen Unterlage läßtsich ebenfalls auch ein Zementestrich oder ein Terrazzofußboden herstellen, welch letztereraus kleinen Marmorstückchen besteht, die in weichen Mörtel eingedrückt und später glatt-geschliffen werden. Durch künstliche Anordnung von Marmorstücken verschiedener Farbekönnen diese Fußböden bis zu reicher Musterung ausgebildet werden und heißen dannMosaikfußböden. Man kann ihnen durch Tränken mit Öl und öfteres Polieren einevornehm glänzende Oberfläche geben.
Im Gegensatz zu den Estrichen, die den ganzen Boden eines Raumes ohne Fugebedecken, setzen sich sonstige Steinfußböden aus einzelnen Stücken zusammen, durchderen Form und Farbe die Musterung hervorgebracht wird. Man verwendet dafürnatürliche und künstliche Steine. Erstere in Form von Sandstein-, Granit- oder Marmor-fliesen bilden gewöhnlich größere Platten und können daher auf gutem Boden einfach inMörtel verlegt werden. Eine Musterung läßt sich durch verschiedenfarbige Gesteine,z. B. durch schwarzen, rötlichen und Weißen Marmor, hervorbringen. Unter den Bödenaus künstlichen Steinen bilden flach- oder hochkantig verlegte Ziegel oder Klinker wohl dieeinfachste Art. Als Unterlage genügt bei geringen Ansprüchen eine haltbare Lehmschicht.Bessere Anforderungen erfüllen gebrannte Thonplatten, für die aber stets eine feste Beton-schicht oder Blendpflasterung nötig ist. Die Industrie der Herstellung solcher Fußboden-Platten ist in neuerer Zeit besonders durch das bahnbrechende Vorgehen der Fabrik vonVilleroy L Boch in Mettlach zu außerordentlich gediegener Ausbildung gelangt, und dieFliesen werden jetzt bis zu so vorzüglicher Härte und in so reicher Musterung gebrannt,daß sie den weitgehendsten Anforderungen genügen. Auf die Gestaltung der Muster, diesich jedem gewünschten Baustil anschließen, soll an dieser Stelle nicht näher eingegangenwerden. Dagegen zeigt Abb. 364 die Art der Verlegung von Thvnplatten, wie diese aufBeton erfolgt, welch letzterer sich auch auf Wellblech und andere Decken in bekannter Artschütten läßt. Für freiliegende Balkons müssen indessen diese Unterbettungen, wie Abb. 365zeigt, zunächst mittels Dachpappe, deren zweite Lage mit Goudron zu kleben ist, abgedecktund die Maueranstöße ringsherum mit breiten Bleistreifen sorgfältig gedichtet werden.
Weit schwieriger als die Konstruktion eines dauerhaften Steiubelags gestaltet sichdiejenige eines haltbaren Holzfußbodens, denn während ein Stein aus gutem Materialvolumenbeständig ist, hat das Holz das Bestreben zu „arbeiten", d. h. es dehnt sich oderschwindet, je nachdem ihm durch die Luft oder das allmählich austrocknende Bauwerkmehr oder weniger Feuchtigkeit zugeführt wird. Da das Holz außerdem, sofern dievon ihm aufgenommene Feuchtigkeit nicht schnell wieder entweichen kann, zu Fäulnis undSchwammbildung neigt, so ist leicht zu erkennen, daß die Beachtung aller bei Holz-fußböden in Frage kommenden Faktoren viel Erfahrung voraussetzt. Als Holz für guteFußböden sollen möglichst astreine Dielen von thunlichst gleicher Breite und etwa 3 omStärke gewählt werden. Bei der einfachsten Ausführung sind die Dielen nur gesäumt,d. h. an den Kanten glatt gehobelt; für bessere Fußböden werden sie gespundet, d. h. ihrerganzen Länge nach mit Nut und Zapfen ineinander geschoben. Bei dem Verlegen treibtman die Bretter mittels Keilung scharf zusammen und gibt ihnen auf jedem Balken oderLager zwei Nägel. Ist der betreffende Raum unmittelbar über dem Terrain gelegen, somuß unter den Fußbodenlagern, wie Abb. 358 dies ersichtlich macht, mittels kleinerMauerpfeiler ein Hohlraum hergestellt werden, und womöglich ist zur weiteren Isolierunggegen Grundfeuchtigkeit der ganze Unterboden mit einer Betonschüttung zu bedecken.Durch Mauerkanäle läßt sich dann ein Luftwechsel unterhalb des Fußbodens hervorbringen.Fehlt es an Höhe für diese Vorkehrungen, so bieten die sogenannten Eisenlager, die,wie Abb. 359 erkennen läßt, aus rinnenförmigen, mit Asphalt ausgegossenen Walzeisen-körpern bestehen, ein Mittel zur sicheren Lagerung der Fußböden. Da es aber außer-dem notwendig ist, die zwischen den Lagern verbleibenden Flächen mit einer festen Beton-