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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Die Technik des Bauwesens.

am zuverlässigsten verhindern, indem am oberen Rande quer über die ganze Breite eineetwa 15 om hohe Luftklappe angeordnet wird. Ist dieselbe geöffnet, so tritt oben kalteLuft ein, sinkt an der Glasfläche nieder und erhält diese ohne weiteres Zuthun dauerndklar. Für die zur Schau gestellten Gegenstände ist es am vorteilhaftesten, wenn dieScheibe möglichst in die äußere Flucht der Hausfrout vorgerückt wird. Dieses Problempflegt besonders in England bis zu der Konsequenz durchgeführt zu werden, daß man dieScheiben außen völlig frei vor den eisernen Frontstützen vorbei und zur Seite des Eingangsin eleganter Biegung bis zur Tiefe des Warenausbauraumes zurückführt; mag die architek-tonische Ausbildung hierdurch auch oft leiden, so läßt sich doch nicht bestreiten, daß sichdie ausgelegten Kaufgegenstände bei dieser Bauweise viel augenfälliger vorführen lassen.

Bei den Thüren kommt es im allgemeinen nicht so sehr auf vollkommene Dichtig-keit als auf Sicherheit des Verschlusses an. Ihre Größe ist je nach dem Zweck eine sehrverschiedene. Die größten Außenthüren nennt man Thore, dann folgen Hausthürenund endlich Zimmerthüren. Alle können ein- oder mehrflügelig sein. Die einfachstenThüren werden aus gespundeten Brettern gefertigt. Man gibt denselben oben und unteneine mit schwalbenschwanzförmigen Zapfen eingeschobene und zur Verstrebung in derMitte eine diagonal aufgenagelte Leiste und hängt sie an Aufsatzhaken, die unmittelbar inder Mauer befestigt werden. Für alle besseren Thüren aber mauert man in den LeibungenKlötze , sogenannte Thürdübel ein, an denen ein Thürfutter befestigt wird, das beiderseitsmittels der Thürbekleidung einen Anschluß an die Wand erhält. Für Schulen und öffent-liche Gebäude wird bei stärkeren Wänden statt der Dübel oft auch ein völlig aus-gezimmertes Gerüst in der Thüröffnung aufgestellt, damit das Futter einen unbedingtsicheren Halt gewinnt. Mittels Aufsatzbändern hängt dann die Thür am Futter, und umdieselbe an und für sich haltbar zu konstruieren, wird sie stets in Rahmen und Füllunggestemmt. Man unterscheidet hiernach Vier-, Fünf-, Sechs- u. s. w. Füllungsthüren. DieFüllungen werden an den Seiten dünn angehobelt und ruhen in einem ringsum laufendenFalz des Rahmens. Letzterer selbst erhält entweder, wie in Abb. 406 an der einflügeligenThür gezeigt ist, einen Kehlstoß, oder, wie das Profil der Ladenthür dies darstellt, eineKehlleiste, die besonders eingesetzt wird. Neuerdings ist es durch die Maschinentischlereiaber auch möglich geworden, die Kehlleisten aus dem vollen Holz herauszuarbeiten, sodaß sie an den Ecken verleimt werden können und einen besonderen Rahmen bilden.Hiernach braucht man sie gar nicht mehr mit Nägeln zu befestigen, und es bietet sich für dieThüren der fernere wesentliche Vorteil, daß die Leisten niemals in den Ecken auseinander-trocknen können. Die beiden letzteren Figuren zeigen gleichzeitig, in welcher Weise mandurch Einlegen kleiner Jnnenrahmen, sowie durch Verdachungen, Doppelleisten und Sockel-bildungen und durch Zier- und Glasfüllungen eine reichere Ausbildung erzielen kann.

Für elegante Räume wird häufig eine Verbindung mittels Thüren gewünscht, derenFlügel sich in Wandnischen zurückschieben lassen. Die dauernde Sicherung des leichtenund geräuschlosen Ganges solcher Schiebethüren bildete lange Zeit den Gegenstanddes Studiums und immer neuer Versuche, bis auch hier das Eisen zu einer allgemein be-friedigenden Lösung führte. Es zeigte sich nämlich, daß das Geheimnis der Schiebethürenweit mehr in der unbedingt sicheren Aufhängung als in der Konstruktionsart ihrer Rollenliege. Es können sich eben Holzbalken nicht so unveränderlich erhalten, und speziell beigrößeren Thüren treten infolgedessen bald Stockungen auf. Abb. 408 veranschaulicht diedaher neuerdings üblich gewordene Befestigung der Laufschiene auf einer Bohle, diemittels Schraubbolzen an einem hinreichend starken eisernen Träger unverrückbar befestigtist. Die Rollen erhalten etwa 15 ein Durchmesser, müssen aus Messing gefertigt fein undwerden an verknöpften Eisenstangen so befestigt, daß sie sich genau über der Mittelliniedes Thürprofils bewegen. Um die Thür anschlagen und die ganze Konstruktion zugänglichmachen zu können, wird der für die zweite Hälfte der Mauer erforderliche Träger 20—30 oinhöher verlegt und die Thürbekleidung zum Abschrauben eingerichtet. Den verbleibendenTeil des Mauerloches deckt eine schlichte oder reichere Verdachung.

Für Thüren, die völlig im Freien und der Witterung ausgesetzt liegen, ist von altersher das Eisen ein sehr beliebtes und bewährtes Material gewesen, und manche schöne