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seinen prachtvollen meist auf bedeutendere Bauwerke zugeführten Avenuen in seinen neueremTeilen, der großartigen Schöpfung Napoleons III. und des Seinepräfekten Hausmann.Köln und Straßburg zeigen in ihren erst in jüngster Zeit ausgeführten Erweiterungenzweckmäßige und schöne Ring- und Diagonalanlagen. Die Anbequemung des Schach-brettmusters an den Verkehr durch Einlegung von Diagonalstraßen ist besonders in.Frankreich, Belgien und den Niederlanden beliebt derart, daß aus dem Rechtecksystem zu-weilen ein Dreiecksystem wird, wie z. B. die Stadtteile Prc Samt Denis in Lüttich und-Quartier du Sud in Antwerpen ausweisen. Den Amerikanern aber behagt noch immerdas starre Rechtecksystem, in seiner strengsten, ödesten und langweiligsten Durchführungüber flaches Land, Hügel und Thalmulden hinweg gebreitet. Trennt ein Flußlauf oderein alter Verkehrsweg das Bebauuugsfeld, so wird ein jeder Teil mit einem besonderenRechtecknetz in beliebiger Richtungsabweichung von dem ersten überzogen. WohlthuenderWechsel, gefällige Stadtbilder, künstlerisch wirkende Schlußbilder sind fast unmöglich.Längs- und Querstraßen werden in New Aork und anderwärts als Avenues und Streets-unterschieden und mit Nummern und Buchstaben statt mit erinnerungsvollen oder be-merkenswerten Namen bezeichnet. Offenbar ist diese schachbrettartige Einteilung dort aus-dem Bestreben hervorgegangen, den Straßen unter Festhaltung der geraden Linie beialler Stattlichkeit doch verhältnismäßig wenig Boden zu opfern und den Baublöcken die-für die Aufführung der Gebäude geeignetste Gestalt zu geben. Neuerdings haben dieNordamerikaner begonnen, ihre Straßeulinien in die Diagonalen der Haupthimmels-gegendcn zu legen, um allen Straßenfronten die große Wohlthat zu sichern, einen Teildes Tages hindurch von der Sonne beschienen zu werden.
Anlage der Straßen. Straßenbrücken.
Die Arten und Bezeichnungen der Wegeführungen im Stadtplan sind höchst mannig-faltig. Die Bezeichnung „Gasse", in Österreich und Süddeutschland noch immerbeliebt, ist in Norddeutschland veraltet und hat, wo sie noch angewandt wird, den Neben-begriff des Dürftigen erhalten. Die Sackgassen, die nur mit einem Zugang versehen sind,werden von den meisten neueren deutschen Bauordnungen nicht mehr geduldet und ver-schwinden mehr und mehr. Die früher so häufigen als Durchgang dienenden Höfewerden oft in geeignetere Straßen verwandelt. In England und Frankreich dagegen,und auch in Hamburg , werden solche Sackgassen und Höfe zur besseren Ausnutzung eines-sonst zu großen Baublocks noch heute neu angelegt und als Privatstraßen behandelt,welche an den Eingängen mit Thoren versehen sind, die nachts geschlossen gehalten werden.Eine oft künstlerisch hervorragende Abart dieser Dnrchgangshöfe sind die glasbedecktenund beiderseits mit Kaufläden und Kaffeehäusern versehenen nur für Fußgänger bestimmten.Passagen oder Galerien, wie sie in Paris, Brüssel, Leipzig, Köln, Amiens vor-kommen. Zu den bekanntesten Passagen gehören die Kaisergalerie in Berlin , die Passagezu Rotterdam, die Galleria Mazzini in Genua und die berühmteste, die Galleria VittorioEmanuele zu Mailand , in Gestalt eines Kreuzes von 210 m und 105 m Schenkellänge,bei 14,s m Breite, die Mitte von einer gewaltigen Glaskuppel bekrönt, in welcher bis-vor kurzem eine kleine auf dem unteren Kuppelring kreisende Lokomotive das Anzünden,kranzförmig angeordneter Gasflammen besorgte. Die Breite derartiger Durchgangshallen,beträgt sonst vvn 4 bis 10 in. In der Erscheinung wirken die Passagen meist interessant,,oft glänzend; der pekuniäre Ertrag bleibt oft hinter dem Voranschlag zurück. Straßen,.welche nur von Fußgängern benutzt werden können, weist Venedig auf, wo sie den Zu-gang an der einen Seite der Bauquartiere vermitteln, während an der andern die Kanäle-den Gondelverkehr, welcher das Fuhrwerk ersetzt, aufnehmen. In hügeligen oder bergigenOrten sind Fußgängerstraßen, Rampen und Treppen nichts Seltenes: so in Rom, Genua ,Genf, Lüttich, Elberfeld , auch Helgoland. Sie geben oft die reizvollsten malerischen.Motive ab. Eine großartige architektonische Anlage ist die Spanische Treppe in Rom ,welche mit 125 Stufen in mehrfachen Absätzen und Verzweigungen vom Spanischen Platz-nach dem Vorplätze der Kirche Trinitä dei monti hineinführt. Kleinere Beispiele sind die-